Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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Fenſter auf der Mittagsſeite warf ſie einen verſtohle⸗ nen Blick auf den großen Hof der Abtey.

Gerüſtet vom Kopfe bis zum Fuß beſtieg der Fürſt einen feurigen Renner. Mit einem violetfarbe⸗ nen Mantel bedeckte er ſein Panzerhemd, und den glatten Stahl ſeines Bruſtharniſches. Von ſeinem ſchwarzen Helme nahm er die weiße Feder. Keine Schärpe umſchlang ſeine Hüften, kein Ehrenzeichen lag auf ſeiner Bruſt. Er ließ das Viſier herab; und düſter wie eine Herbſtnacht ſprengte er aus dem Git terthore des Kloſters, begleitet von einigen Kriegern, die eben ſo geheimnißvoll waren als ihr Führer.

Was für Betrachtungen konnte Elodie aus Pal⸗ zos ungewöhnlichem Betragen ziehen! Es unterlag keinem Zweifel, eine große Unternehmung beſchäf⸗ tigte die Gedanken des Fürſten. Aber eine ſo finſtere Verſchwörung konnte nur ein Verbrechen ſeyn. Dieſe nächtlichen Wanderungen, dieſe Verkleidungen, dieſe Signale, dieſe Verſammlungen, dieſe Wechſelſchrei⸗ ben, alles verkündigte ſchreckliche Ränke, heimliche Anſchläge. Ein Ungewitter bildete ſich, es erhob ſich eben aus Underlach, aber an welchen Orten, über welchen Häuptern ſollte ſeine ſchwarze Wuth ausbre⸗ chen? Wenn das Kloſter der Heerd einer Verſchwö⸗ rung war, konnte vielleicht auch das Kloſter vom Blitze getroffen werden. Die Rache des Himmels, dachte die Waiſe bey ſich, wird ohne Zweifel die Meineidi⸗

gen vertilgen; aber das Thal konnte der Schauplatz

eines Kampfes, eines Blutbades werden, und was ſollte dann aus der zarten Jungfrau werden!