Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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Gräfinn einen Augenblick anſtehen, Palzo's Wünſche zu erfüllen? Geſchmeichelt durch die edelmüthigen An⸗ erbiethungen des Fürſten, welcher, von Liebe verlei⸗ tet, das Mißverhältniß der Verbindung zu vergeſſen geneigt war, ſchwor ſie, daß die Waiſe ſeine Gattinn werden ſollte; und ihre Befehle wurden gegeben, da⸗ mit die gewünſchte Vermählung baldmöglichſt gefeyert werden könnte.

Feſt in ihren Entſchließungen, herriſch in ihrem Willen, aber wie immer unter trügeriſcher Außenſeite ihre geheimen Gedanken verhüllend, ließ die Gräfinn eines Morgens ihre Richte zu ſich kommen. Nie hatte ihre Stimme zarter geſchienen, nie hatte ſich ihr Lä⸗ cheln anmuthsvoller gezeigt, nie waren ihre Manieren liebkoſender geweſen.

Nach einer prunkvollen Aufzählung der Titel und Beſitzungen des Fürſten Palzo, nach einer umſtändli⸗ chen Erzählung der Heldenthaten ſeines Lebens, nach einer langen Lobrede auf ſeine Tugenden und ſeine

Wohlthätigkeit, machte die Gräfinn ſie mit den ſchmei⸗

chelhaften Vorſchlägen bekannt, welche er ihr zu ma⸗ chen ſie würdige. Mit ihrer gewohnten Beredtſamkeit ließ ſie die glänzenden Vortheile der vorgeſchlagenen Verbindung wieder hervortreten: ſie mahlte mit En⸗ thuſiasmus die leidenſchaftliche Liebe des Fürſten, und die innige überzeugung daß Elodie glücklich ſeyn würde, ſchien das einzige Gefühl zu ſeyn, welches ſie zum Vortheile des berühmten Kriegers entſchieden hätte.»Liebenswürdiges Kind,« ſagte ſie, indem ſie ihre Rede ſchloß,folget dem Fürſten zum Altare;