Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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Kundſchafter? Die zitternde Elodie ahnete irgend ein fremdartiges, trauriges Ereigniß.

Der Fürſt Palzo hatte die Waiſe nicht ſehen

können, ohne ſie zu bewundern: er konnte ſie nicht ken⸗ nen lernen, ohne den Wunſch zu hegen, ſie für ſich zu gewinnen, und ſeine Leidenſchaft legte ſich offen an den Tag. Aufgebracht über ſeine vermeſſenen Hoff nungen, erſchreckt durch ſeine kühne Sprache, flüch⸗ tete ſich Elodie zur Gräfinn und wagte nicht ſich einen Augenblick von ihr zu entfernen.

In welcher ſchrecklichen Lage befand ſich Elodie! Dem Pater Anſelm war der Zutritt in's Kloſter vom Fürſten unterſagt worden, weil dieſer die Rathſchläge und den Einfluß desſelben fürchtete. Die Jungfrau wagte nicht über die Kloſtermauern hinaus zu gehen, welche Palzo's Trabanten bewachten. überall folgte der Fürſt ihren Schritten, ſeine Liebe kannte keine Zurückhaltung mehr, ſeine Heftigkeit keinen Zügel; und die unglückliche Gefangene befand ſich in der Ge⸗ walt eines ehrgeitzigen und laſterhaften Mannes, über den Ehre, Gerechtigkeit und Tugend nie einige Macht geübt hatten.

Die Waiſe hatte keine Hoffnung mehr als ihre Beſchützerinn; aber die Gräfinn war dem unterneh⸗ menden Heerführer zugethan, deſſen Stirn ſie ſchon mit einer Krone geſchmückt zu ſehen glaubte. Der Fürſt mahlte ihr ſeine Gefühle gegen Elodien; er hatte von ihr die Hand ihrer angenommenen Nichte ver⸗

langt. Dieſe ihre Richte konnte demnach eines Tages

vielleicht unumſchränkte Herrſcherinn ſeyn! Sollte die