Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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ſie ging gar nicht in das Sommerhaus. Sie fürchtete ſich in den Gärten der Abtey allein zu verweilen; das Verſchwinden des blauen Bandes kehrte unaufhörlich in ihre Gedanken zurück. Nach und nach jedoch über⸗ wand Elodie ihre eingebildete Furcht und düſteren Gedanken, ſie gewann wieder ihre Heiterkeit, ſie hörte auf mit Schatten und Geſpenſtern ſich zu be⸗ ſchäftigen, und unterließ ſelbſt, nach dem Einſamen vom wilden Berge zu fragen. Ihre einförmigen Tage floſſen in Frieden dahin: Elodie, gleich der Frühlings⸗ roſe, welche noch nicht das glühende Wehen des Stur⸗ mes getroffen hat, ſchritt vertrauensvoll in ihrem Leben fort, wie die Lerche am Morgen in die azurnen

Gefilde eines reinen Himmels ſich erhebt. Eine ein⸗

zige Beſorgniß trübte ihr Leben: Herſtall, ihr einzi⸗

ger Führer, ihre einzige Stütze, von langen Leiden

verzehrt, ſchien in das Grab hinab zu ſteigen.

Die Vesperglocke hatte eben die Gläubigen des Thales zum Abendgebethe gerufen, ſchon verſammelte die Capelle des Priorats, als einzige Kirche des Dörf⸗

chens, die von der Arbeit zurück gekehrten Bewohner. Elodie befand ſich unter dem heiligen Gewölbe, und

ihr heißes Gebeth flehte vom höchſten Weſen die Er⸗ haltung ihres Pflegevaters; die Schatten des Abends bedeckten das Kloſter; die Hymne des Prieſters, der Lobgeſang der Gebirgsleute und die ſanften Stimmen der Kinder hatten, indem ſie ſich im Chore zum ewi⸗

gen Dom erhoben, die Seele Elodiens in eine fromme

und heilige Trauer verſenkt. Plötzlich entriß ſie ihren 9

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frommen Betrachtungen ein dumpfer Seufzer, der