Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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ger Freund, noch ein Mahl wollen wir die ſchönen Tage des Frühlings genießen; für uns wird dieſe Jahreszeit vielleicht die letzte ſeyn.«

Als ſie in die Gärten des Priorats hinab ʒrſehe waren, entfernte ſich Elodie von den beyden Greiſen, und verlor ſich in die theuren Haine ihrer Kindheit. Ange⸗ langt an dem ragenden Hügel, von dem aus ſie Tags zuvor den Geſängen der Gebirgsbewohner ihr Ohr ge⸗ liehen hatte, blieb ſie ſtehn: ſie glaubte im Sande die Spuren fremder Fußtritte zu bemerken. Sie trat ein in das Landhaus: ein von ihr vergeſſenes Körb⸗ chen war dort zurück geblieben, aber eine unbekannte Hand hatte daraus ein blaues Band entwendet, das ihr als Gürtel diente. Erſtaunt ſetzte ſich die Jung⸗ frau unter das ländliche Dach, und blieb einen Au⸗ genblick unbeweglich und nachdenkend. Plötzlich und haſtig erhob ſie ſich, ergriffen von einem unbeſtimm⸗ ten Schrecken. Ihre Einbildungskraft, ſeit einigen Tagen durch ſeltſame Erzählungen aufgeregt, warf ungewohnte Farben auf die Gegenſtände, welche ſie umgaben. Durch das dichte Gitterwerk des Fenſters im Landhauſe ſchien ihr ein ſchwarzer Mantel durch das Laubwerk hin zu gleiten: ſie glaubte eine Art entflohener Klage aus dem nahen Gebüſche zu hören; es ſchien ihr, als ob ein fürchterlicher Blick auf ſie geheftet ſey; ſie floh nach dem Kloſter, und ihr flüch⸗ tiger Lauf ſchien der eines leichten Gewölkes, das von den Abendlüften getrieben wird.

Mehrere Tage hindurch wagte die Waiſe tih⸗ ſich von ihrem ehrwürdigen Beſchützer zu enrfernen: