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ſtändig ſein leitender Grundfatz. Ehrſüchtig, meinei⸗ dig und blutgierig, ſpottete er aller edlen Gefühle und
glaubte nur an das Laſter; abergläubiſch ohne Fröm⸗
migkeit, war er weder Sohn noch Vater, weder
Gatte noch Freund; und dennoch erhielt er den Bey⸗ nahmen eines Wiederherſtellers des Reichs.
Wäre es demnach denn wahr, zu ſagen, man könne— alle Eigenſchaften eines Königs und nicht eine Tugend⸗
eines Chriſten haben?
Carl hingegen, der junge Gefährte Ludwig's, von Natur großmüthig und aufrichtig, ließ nur zu ſehr im Grunde ſeiner Seele leſen: er war begeiſtert und hochherzig; aber er überließ ſich ohne Rückhalt der Heftigkeit ſeiner Leidenſchaften, er kündigte ſchon in ſeiner früheſten Jugend den wilden Krieger, den
unbezwingbaren Fürſten an, welchem die Geſchichte
den Beynahmen des Kühnen, des Schrecklichen,
des Verwegenen geben ſollte. Bald rief der Tod Carl's VII. den Kronprinzen
auf den Thron, und der Krieg zwiſchen Frankreich
und Burgund wurde erklärt. Carl, begleitet von dem
Grafen von Saint⸗Maur, zieht aus an der Spitze der Heere ſeines Vaters, erringt den glorreichen Sieg bey Montlhery, iſt auf dem Puncte, Ludwig KlI. zum Gefangenen zu machen, und belagert ſchon Paris.
8 Der König knüpft Unterhandlungen an: der be⸗ rüchtigte Vertrag von Conflans wird von den beyden Fürſten unterzeichnet, und der ſiegende Held kehrt in
ſeine Staaten zurück.
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