Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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21 das ganze Thal hatte ihr den Nahmen taube gegeben.

Als Tochter des Grafen von Saint⸗Maur war Elodie bey ihrer Geburt ſchon beſtimmt, einſt uner⸗ meßlichen Reichthum und das Erbe eines berühmten Nahmens zu beſitzen, und Alles hatte ſie verloren; aber wenigſtens kannte auch die Waiſe nicht das Ver⸗ langen nach der Welt, da ſie nichts von derſelben kennen gelernt hatte.

Der Graf von Saint-Maur war in den Staa⸗ ten Philipp's des Guten, Herzogs von Burgund, ge⸗ boren, und hatte die erſten kriegeriſchen Unternehmun⸗ gen des Grafen von Charolais geleitet, der ſeirdem Carl der Kühné geworden war. Ludwig XlI., damahls Kronprinz von Frankreich, hatte ſich, dem väterlichen Zorne entfliehend, an den Hof Philipp's geflüchtet, und mit dem jungen Sohne dieſes Herzogs durch brüderliche Freundſchaft verbunden. Der Graf von Saint⸗Maur, obgleich viel älter cii beyde Peinzen, war ihr Gefährte bey ihren Vergnügungen, und ver⸗

ließ ſie nur ſelten; aber in ſo entgegen geſetzten Cha⸗

rakteren, wie Carl und Ludwig waren, konnten die Gefühle der Zuneigung nicht dauernd ſeyn. Ludwig, voll unergründlicher Verſtellung, war

nie mehr zu fürchten, als wenn er es am wenigſten

ſeyn zu können ſchien. Je mehr Worte der Freund⸗

ſchaft über ſeine Lippen gingen, deſto mehr Gedanken

des Haſſes wohnten in ſeinem Herzen. Eiferſüchtig und falſch, verzieh er weder überlegenhkit noch Macht. Hohes zu demüthigen, Niedriges zu en be⸗