Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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mahls zu wünſchen, ſie kennen zu lernen. Und in der That, wenn ſie von den kleinen Thürmen der Abtey ihre Blicke über die bezaubeunden Ufer des Murtner Sees ausſandte, oder ſie zum Himmelsgewölbe erhob, hatte ſie nöthig, die Welt zu durchlaufen, um die Welt und die Herrlichkeit des Schöpfers zu bewun⸗ dern? Ein einziger Punct des Erdballs iſt hinreichend zur Bewunderung für ein ganzes Leben, wie der bloße kahmen Gottes für alle Gedanken einer frommen Elodie, unbekannt mit den menſchlichen Leiden⸗ ſchaften, welche ihre Einbildungskraft kaum begreifen konnte, vermochte es nicht, an Mächte des Böſen zu glauben; und dennoch mehr zitternd als das ſcheue Reh beym Nahen des Jägers, oft geängſtiget von lee⸗ ren Schreckbildern, fuhr ſie zuſammen beym leichte⸗ ſten Gerauſche, und ward beſorgt bey dem geringſten Ereigniſſe. Schwach wie das Schilf des Sees, be⸗ durfte ſie einer feſten Stütze, auf welche ſie ihr Nach⸗ denken heften, zu der ſie ihr ſanftes Bitten erheben, zu welcher ſie ihre Unſchuld flüchten konnte.

Die Bergbewohner, obgleich daran gewohnt, ſie in's Thal hiabſteigen zu ſehen, blieben immer ſtehen bey ihrem Anblicke, von Bewunderung hingeriſſen. Indem ſie ihr mit den Augen durch die Baumgrup⸗ pen um die Abtey folgten, konnten ſie kaum ſich über⸗ reden, daß ihre entzückenden Formen nicht die eines

himliſchen Geiſtes wären, der auf kurze Zeit in ihrer ** U vV* F 3

Mitte erſchienen ſey. Die Schönheit der Waiſe, ihre

Hoheit, ihre Anmuth ſchienen ihnen übernatürlich: und

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