die Dürftigen der Provinz; und da er ſeine Laufbahn 3 fern von den Menſchen zu beſchließen wünſchte, um in der Stille ſein Unglück zu beweinen, ſo verbarg er 2 ſein Leben in die einſamen Gegenden der Schweiz. Indeß kündigte die Erſcheinung der Schwalbe unter den alten Bogengangen des Kloſters den Ge⸗ birgsbewohnern die Rückkehr der Blüthenzeit an. Das Thal von Underlach, mitten unter den rauhen Felſen der Schweiz, wie die Haſe in der Sandwüſte, hauchte ſchon aus ſeinen lachenden Gebüſchen, und von ſei⸗ nen geſchmückten Wieſen die zarten Lüfte des Früh⸗ lings, die herrlichen Wohlgerüche der Natur. Von den
kleinen Thürmen der Abtey erblickte man in blauer
Ferne die Alpen, deren ſchneebedeckte Gipfel als ſelt⸗ ſame Pyramiden oder blendende Obelisken ſich erhe⸗ ben. Indem ſie dem Auge des Reiſenden ihre nackten
Seitenwände weiß und kahl entgegen ſtellen, erſchei⸗ nen ihre drohenden Gipfel als die rieſenhaften Skelette
der Natur. In der Entfernung zeigen ihre ſchroffen Spitzen, ihre trotzigen und rauhen Geſtalten der ge⸗ täuſchten Einbildungskraft perſpectiviſche Säulengänge, eckige Pfeiler und Hallen. Dieſe Felſen tragen noch
den erhabenen Charakter der Schöpfung: durch den
phantaſtiſchen Dunſt der Lüfte zeigen ſie ſich als die
Palläſte der Zeit, als die Obelisken früher Sehehn derte, als die Tempel der Natur.
In der Umgegend des Dörfchens von underiach
ſtellen ſich einige dieſer ſchreckenden Gebirge mehr in 5
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der Nähe dar. Eine der Straßen, welche in die ngen Thäler hinabführen, ſchlängelt ſich an ein


