er mit Eiferſucht ſtrebte, und das Herz Irena's hatte ſich ganz von ihm gewendet. Auf dieſe durch ihre Reitze blendende Tochter hatte er gewiſſer Maßen ſei⸗ nen Stolz gegründet, und eben dieſe irre geführte Tochter war ſeine Schande geworden. Der edle Krie⸗ ger hatte ſich vom Hofe zurück gezogen. In ſeinem entfernten Zufluchtsorte wurde ihm ein Brief zuge⸗ ſchickt; eine unbekannte Hand hatte folgende Zeilen geſchrieben:»Herſtall, die unglückliche und reuige »Irena erhebt von ihrem Sterbebette ihre Stimme zu vihrem Vater. Sie ruft Dich; eile, Dich ihrer Bitte vzu fügen, wenn Du die letzten Seufzer von dem »Opfer des treuloſen Carl's aufnehmen willſt.«
Herſtall erfuhr endlich den Aufenthalt Irena's: er flog zu dem alten Schloſſe, wo ſie einſam und
verlaſſen ihre Verirrungen büßte. Er kam an, er⸗ kannte die Thürme des alten Lehengebäudes, ſchon be⸗ fand er ſich in der Mitte der Eingangs⸗Allee, und —— plötzlich öffnen ſich die Gitterthore des Schloſ⸗
ſes, ein Leichenwagen fährt aus ſeinen weiten Höfen, von heiligen Geſängen ertönen die Lüfte... Herſtall
ſeine unglückliche Tochter nicht wieder ſehen. Jrena war Mutter geworden. Ihr unter Thre
nen gebornes Kind hatte nur halb ſeine Augen i öffnen
können, um ſie auf immer wieder zu ſchließen. Die Gruft ſchloß beyde Opfer ein.
Herſtall folgte dem Trauerzuge. Er ließ ſeiner Tochter ein prächtiges Grabmahl errichten. Er grün⸗ 5
dete in ihre m Nahmen mehrere Zufluchtsörter für Un⸗
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S ganzes Erbe vertheilte er unter


