ℳ. A e, 4 e e, o, .— 4 I. Zur Katechese am Ende des Mittelalters. Von
Ferd. Cohrs, Pastor prim. in Eschershausen.
Professor D. Holtzmann hat in dieser LZeitschrift (S. 1 ff. und 117 ff. dieses Jahrgangs) eine Skizze über die Katechese des Mittelalters veröffentlicht. Näheren Auf- schluss über die Katechese in der römischen Kirche un- mittelbar vor der Reformation giebt uns das sogenannte Beichtbuch des Johannes Wolff, Kapellans zu St. Peter in Frankfurt a. M., vom Jahre 1478(vgl. ob. bei Holtzmann S. 12), das Joh. Geffcken entdeckt, aber seltsamerweise in seinem Bilderkatechismus des fünfzehnten Jahrhunderts I (Leipzig, 1855), S. 26 ff. ¹) nur seinem Anfange nach benutzt hat, während gerade die Schlussabschnitte noch interessante und wichtige Einzelheiten enthalten. Offenbar weil er das Buch nicht bis zu Ende durchgelesen hat, nennt er es auch kurzweg„Beichtbuch“, obgleich dieser Name nur durch den ersten Teil gerechtfertigt wird.
Jene Schlussabschnitte teile ich unten in extenso mit, berichte aber zuvor noch über die früheren Partien des Buches, soweit sie uns hier interessieren.
Die offenbare Tendenz des Buches ist, den Dekalog in der kirchlichen Verkündigung zu Ansehen zu bringen. Schon der Teil, der der Beichte dienen will, lässt diese Absicht erkennen. Die Beichte Vor die anhebenden kynder und ander hat Geffcken a. a. O. mitgeteilt; sie ist fast ausschliesslich an die zehn Gebote angeschlossen. Auch in
¹) Siehe dort auch die genaue Beschreibung des Druckes(26 Blatt mit 49 bedruckten Seiten in 4, ohne Titel, die Schlusschrift siehe unten). Er trägt in der Universitäts-Bibliothek zu Giessen jetzt die Signatur: W 21810 Inc. Der Grossherzogl. Bibliothek-Verwaltung sage ich herzlichsten Dank, dass sie den seltenen Druck zur bequemen Benutzung mir bereitwilligst zugesandt hat.
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