Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 49
verriet. Von Chaidari aus wurde Er- rera schließlich nach Auschwit?Bir- kenau deportiert, wo er am 11. April 1944 eintraf, die Häftlingsnummer 182.552 eintätowiert bekam und nach der Quarantänezeit am 12. Mai 1944 dem Sonderkommando bei Bunker V und spãter mit 26 anderen Griechen dem Krematorium II Zugeteilt wurde.
Dort wurde er von Anführern der Widerstandsgruppe im Sonderkom- mando zur Verbindungsperson für die griechischen Widerstandsaktivisten vor allem in Krematorium IV und im Kanada-Kommando ernannt und von eingeweihten Kapos verschiedenen Tätigkeiten zur Kontaktaufnahme zu— geteilt. Zu diesem Zweck wurde er wahrscheinlich in mobilen Arbeits— gruppen wie den Essensholern oder Lieferanten von angeforderten Mate- rialien aus dem Magazin von Krema- torium Ieingesetzt, die von nur einem SS-Posten begleitet werden mussten, die Zudem bestechlich waren.
Auch der Aschetransport zur Weichsel wurde für konspirative Akti- vitäten genutzt, da die Asche-LKWs die Krematorien I, II, IV und Aus- weich-Bunker V anfuhren. Allerdings war die SS-Begleitung bei Fahrten außerhalb des Lagers zahlreicher. Da Errera Erfahrung im Fotografieren ge- habt haben soll, könnte er kurz nach dem Fund der Kamera vermutlich An- fang Juli 1944 mit der Aufgabe betraut worden sein, geheime Beweisfotos ei- ner Vernichtungsaktion zu machen.
Da eingeweihte Widerstandsakti- visten im Sonderkommando einen Aufstand mit Massenflucht planten
„Mlex“ Errera in den 1930er Jahren. Foto S Matthildi Eskinatzi
und dieser am 28. Juli 1944 in die Tat umgesetzt werden sollte, Kkonnten die Fotos nur vor diesem Termin gemacht worden sein. Tragischerweise musste der Termin kurzfristig abgesagt wer- den und einer der Anführer der Widerstandsgruppe, Kapo Chaim Kaminski, der auf eine rasche Neuter- minierung drängte, wurde kurz darauf durch falsche Vorwürfe des polnischen Kapos Mieczyslaw Morawa im Auf— trag der polnischen Widerstandsbewe- gung ausgeschaltet und in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 auf— grund erfundener Attentatspläne auf einen Kommandoführer von der 88 erschossen.
Errera flüchtete nur wenige Tage später am 9. August 1944, da er be- fürchten musste, dass die Aufstands- Plãne sowie möglicherweise auch die Foto-Aktion verraten und die ur—


