Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 47
Angaben auch die Kamera und einige Dokumente vergraben.
Seine Frinnerungsschrift ergänzte Fajnzylberg etwa Anfang der 1970er- Jahre mit Informationen über den Fuchtversuch eines griechischen Par- tisanen namens„Aleko Errera“, der zweifellos mit Alex identisch war(Ca- hiers, S. 213f.). Darin wird Zwar Erreras Flucht, nicht aber seine Autorenschaft der Fotos erwähnt.
Erreras Urheberschaft wurde ebenfalls nicht in der 1986 ausge- strahlten polnischen Filmreportage „Pamiec...“ erwähnt, in der Fajnzyl- berg Zwei Jahre vor seinem Tod auf dem Gelände von Krematorium IV gefilmt wurde und dort berichtet hat- te, dass er die Kamera Dragon gege- ben habe und sie die Fotos gemeinsam gemacht hätten. In seinem zur glei- chen Zeit im Auschwitz-Museum 1983 abgelegten Zeitzeugenbericht be- hauptete Fajnzylberg, die Kamera per- sönlich ins Krematorium IV ge-— schmuggelt zu haben. Er wiederholte auch die These von der kollektiven Autorenschaft, erwähnte Shlomo Dra- gon und den Griechen Alex, wobei Alex seinen Angaben zufolge den Auslöser gedrückt hätte.
Was Fajn?ylberg nach Jahrzehnten dazu veranlasste, die Identität des Fotografen zu enthüllen, ist nicht bekannt. Seine Befragung durch Hager-Halivni führte jedenfalls dazu, dass er sich selbst nicht mehr als eigentlichen Fotografen bezeichnen wollte. Die Namensnennung von „Alex“ ändert jedoch nichts an seiner widersprüchlichen Darstellung der
Entstehung der Aufnahmen.
Auch Fajnzylbergs Verortung der Grubenaufnahmen, die durch den „Westeingang“ gemacht worden sein Sollen, ist unzutreffend. Eine kritische Analyse aller verfügbaren Quellen legt die Vermutung nahe, dass weder S?mulewski noch Fajnzylberg an der Entstehung der Fotos beteiligt waren, Sondern erst danach in den Schmuggel des Films involviert wurden. Wenn Fajnzylberg den unbelichteten Hilm von„Alex“ erhalten hätte, dessen dem Spanischen ähnliche Ladino-Sprache er als ehemaliger Spanien-Kämpfer verstand, kõnnte er daraus die Schlus- sfolgerung gezogen haben, dass „Alex“ der Fotograf gewesen sein könnte.
Hager-Halivni verõffentlichte Fajnzylbergs Erwähnung des griechi- schen Juden Alex erstmals im Jahre 1970 in ihrem Artikel„The Birkenau Revolt“. Der Sonderkommando- Forscher und Auschwitz- Uberlebende Brich Kulka nutzte diese Information 1987 in einem Interview mit dem grie- chischen Uberlebenden des Kanada- Kommandos(im Effektenlager) und Augenzeugen des Sonderkommando- Aufstands, Itzchak Cohen. Im Ge- sprächsprotokoll hielt Kulka schließ- lich fest, dass Cohen angegeben hätte, dieser Alex sei identisch mit einem Errera, der als Partisan den Deckna- men„Alekos Aleksandris“ geführt ha- be und einen Fluchtversuch an der Weichsel unternommen hãtte.
Kulka notierte auch, dass der Son- derkommando-Uberlebende Jehoshua Rosenblum ihm gegenüber erwähnt


