Zum 2 ſresiag der Befreiung und des Friedens am 8. Mai 1985
Vor 40 Jahren, am 8. Mai 1945, endete der opferreichste Krieg in der Geschich- te der Menschheit, wurde die faschistische Gewaltherrschaft in Deutschland von den Armeen der Anti-Hitler-Koalition zerschlagen.
Wir, die Uberlebenden aus dem Widerstand, den Zuchthäusern und Konzentra- tionslagern—
wir, die wir uns als junge Bürger unseres Landes in die Tradition des antifa schistischen Kampfes gegen die Nazibarbarei und den Krieg stellen—
wir, die wir als Demokraten in der Bundesrepublik, als Christen und Gewerk- schafter, als Sozialdemokraten, Kommunisten und Liberale, als in der Friedens- und Okologiebewegung Engagierte Lehren aus unserer Geschichte gezogen ha- ben,
wir Sagen: nach Auschwitz und Buchenwald. nach Lidice und Oradour, im Ge
denken an die 50 Millionen Tote ist der 8. Mai ein Tag von historischer Bedeu-
tung für unser Volk.
Die bedingungslose Kapitulation des faschistischen Staates und der Wr macht wird seit jlangem und heute mehr denn je in der Bundesrepublik unter schiedlich bewertet:
Für die einen ist dies der Tag der Niederlage, des Zusammenbruchs, des ver lorengegangenen“ Krieges. Doch das ist die Penktradition der Industriellen, der Generale und der Rechtskonservativen, die die Nazis 1933 an die Macht brach- ten, die den faschistischen Raubkrieg wollten und an ihm verdienten.
Für die anderen ist der 8. Mai der Tag der Befreiung auch unseres Volkes von Faschismus und Krieg. Er brachte die Verwirklichung der Hauptziele aller deut schen Widerstandskämpfer: den Sturz des Naziregimes und den Frieden. Hier wird der Gleichklang der nationalen deutschen Interessen mit der Zielsetzung der Widerstandsbewegung in allen von den Nazis besetzten Ländern mit wichti- gen Grundsätzen der Anti-Hitler-Koalition sichtbar.
Soll das groſe Ziel eines Lebens ohne Krieg und Faschismus Wirkichkeit wer- den, müssen die Lehren gezogen werden:.
Nie wieder dart᷑ von deutschem Böden ein Krieg ausgehen. Nur eine Politik der Entspannung, der friedlichen Koexisten? und die Einhaltung der abgeschlos- Senen Vertrãge nach Geist und Buchstaben garantiert unserem Volk gutnachbar liche Beziehungen und eine glückliche Zukunft. Neue nukleare Erstschlagwaffen machen die Bundesrepublik und darüber hinaus ganz Europa zur Zielscheibe ei- nes atomaren Holocaust.
— Nie wieder dürfen Faschismus und Militarismus ihr Haupt erheben. Des halb ist es notwendig, den konsequenten Kampf᷑ um die Frhaltung der demokra- tischen Rechte und Freiheiten zu führen, der Auslnderfeindlichkeit, dem Anti- kommunismus und dem Neofaschismus Paroli zu bieten.
Der 6. Mai mahnt uns, die mit diesem Datum verbundenen Hoffnunger nd Forderungen in das politische Leben der Bundesrepublik zu tragen. 6
Aus Anlaß dieses Jahrestages rufen wir auf.
am Sonnabend, dem 4. Mai 1985, in Hamburg, Frankfurt und Köln
in Kundgebungen zu demonstrieren.
Wir unterstützen
die Internationale Kundgebung im Rombergpark in Dortmund am 5. April 1935 und die Kundgebung in Dachau am 23. April 1985.
Wir stehen gemeinsam ein für
eine Politi des Friedens, der Entspannung und Abrüstung, gegen die Statio nierung neuer Massenvernichtungsmittel.
— den gemeinsamen Kampf gegen Rassenhetze und Auslũnderfeindlichkeit,
— die konsequente Unterbindung aller neonazistischen Aktivitãten und Propa- ganda, besonders für das Verbot der SSHLAG.
Machen wir den 8. Mai zu einem nationalen Feiertag der Befreiung und des nn


