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(2024) 1/2024. Dezember 2024
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40 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

in die Rumfordstr. 39. Schließlich ar beitete er vom 8.7.1946 bis 15.2.1947 in der Villa Möhlstraße 12à(ehemals HimmlersDienstwohnung) als Se kretär von Rabbiner Samuel Abba Snieg(1878-1970), der Präsident der orthodoxen Rabbiner-Vereinigung (Agudath Harabonim) sowie Leiter desZentralkomitees der befreiten Juden in der US-amerikanischen Zo- ne war. Hier bekam er von Gradows- kis Onkel aus New Vork ein Foto von Salmen und seiner Frau Sonia zuge- Schickt und am 21.3.1947 von Rabbi Snieg vermittelte gefälschte Papiere für die Finreise nach Palästina(immi- gration certificates) ausgehändigt, die Schr kostspielig waren.

Offiziell war Wolnerman seit dem 6.11.1946 in der Münchner Waldfried- hofstr. 4b a gemeldet, zog jedoch Ende Februar 1947nach unbekannt und wurde Zum 14.4. 1 947 polizeilichnach Palãstina abgemeldet, wo er im 1939 eröffneten Hadassah-Krankenhaus auf dem Skopusberg in Jerusalem schnell Arbeit als Krankenpfleger fand.

Diebstahl oder Verkauf Im April 2001 wurden Aus?züge aus der Wolnerman-Abschrift erstmals in der Revue d'histoire de la Shoah No. 171 auf Französisch publiziert. Parin heißt es unter Berufung auf eine Aus- Ssage von Jetti Wolnerman:In der Zwischenzeit wurde auf dem Weg nach Palästina das Gepäck, in dem das Originalmanuskript verstaut war, gestohlen. Nur einige wenige Seiten, die aus dem Gesamtpaket entfernt

worden wa- ren, konnten zusammen mit der ge- Ssamten Ab- Schrift geret- tet werden. (S. 158). In der ersten umfassenden Ubersetzung der Wolner- man-Ab- schrift,Mu coeur de l'en- fer, die im Oktober 2001 in Frank reich herausgegeben wurde, heißt es jedoch nur noch lapidar: In der Zwi- schenzeit ist ein Teil des Originalma- nuskripts in einem Koffer verloren ge- gangen.(S. 26) In der darauffolgen- den 2002 veröffentlichten italieni- schen Ubersetzung(aus dem Franzö- sischen),Diario da un crematorio di Muschwitz, 1944, heißt es sogar: Während der Reise ging ein Teil des Originals verloren, zusammen mit dem Koffer, in dem es sich befunden hatte.(S. 27). Während verschiedene Varianten der Erzählung im Umlauf sind, wurden die genauen Umstände nie überliefert oder aufgeklärt, weder der Ort noch der genaue Zeitpunkt des EFreignisses.

Gleichwohl wurde versucht, die Angabe zu belegen oder in späteren Varianten die Geschichte weiter aus- zuschmücken:Diese und andere In- formationen über das Manuskript wurden von seiner Witwe, Jette Wol- nerman, während eines Treffens mit

Mr. Chaim Walnerman, Sectetary Agudath Haraboni