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(2013) 2013
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 47

Ein unmissverständliche Warnung Stellungnahme des Internationalen Auschwitz-Komitees

Zur vtraſrechtlichen Ermiulung gegen heule hochbetagte Verdãchtigte, denen Belei- ligung an Verbrechen zu Zeiten Nazi- Peiuschlands vorgeworfen wird, nalum der Auschwilz-Uberlebende Koman Kent als Präsident des Internationalen Auschwilæ- Komilees(AK) am 4. Seplember 2073 wie folgt Slellung:

lch werde oft gefragt, warum wir O Kriegsverbrecher immer noch strafrechtlich verfolgen müssen. Meine Gegenfrage lautet: Wie kann es eine Verjãhrung für Nazi-Verbrechen gegen die Menschheit geben und wieso soll- ten die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden? Egal wie viel Zeit vergangen ist, egal wie lange es die Täter geschafft haben, sich der Ent- deckung zu entzichen, egal wie viel Zeit die Justiz sich gelassen hat: Die Täter müssen wissen, dass die zivilisier- te Welt sie verfolgen wird, wenn nötig für den Rest ihres Lebens und an den entlegensten Winkel der Erde.

Die fortgesetzte Strafverfolgung von Nazi-Verbrechern beinhaltet auch eine einzigartige und starke Botschaft: Auch nach siebzig Jahren gibt die Welt

ht auf, diejenigen zu orten und vor richtzustellen, an deren Händen das Blut unschuldiger Menschen klebt.

Eben deswegen darf kein Täter ohne Gerichtsurteil davonkommen. Auch wer sich jahrelang vor der Justiz verstecken konnte, soll sich nie in der Sicherheit wiegen können, bis zum Ende des Lebens unbehelligt und un- erkannt zu bleiben.

Noch etwas ist mir im Andenken an unsere ermordeten Freunde und Fami- lienmitglieder wichtig:

Wenn wir von den Opfern in Ausch- witz und anderen Konzentrationslagern

sprechen, sollten wir immer daran denken, dass ihr Tod keinSter- ben im eigentli- chen Sinn war. Sie wurden brutal umgebracht, er- mordet und in Krematorien ver-

LAK-Präsident

brannt. Roman Kent Mit der Ver- wendung von passiven Wörtern

Schwächen wir die historische Wahrheit ab und nehmen so unwillentlich die Täter dieser heimtückischen Verbre- chen in Schutz.

Es bleibt ein Fehler, den durch die Deutschen begangenen extremen Völkermord zu verharmlosen. Fs bleibt ein Fehler, die furchtbaren Fak- ten zu verwãssern und nicht immer wie- der genau zu erzählen, wie über sechs Millionen Menschen umgebracht wur- den. Sie starben nicht einfach. Sie wur- den ermordet. Menschen, die in fünfzig oder hundert Jahren über den Holo- caust lesen, müssen wissen, dass die Opfer nicht eines natürlichen Todes starben. Wir müssen darauf achten, dass die begangenen Verbrechen und Brutalitäten nicht durch die Sprache vernebelt werden.

Es ist unerlässlich, jetzt und in der Zukunft die Ereignisse so zu beschrei-