Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 43
ein Problem, wie er denn die stãndig zu- nehmenden Vergasungsaktionen inner- halb des Lagers geheim halten konnte. Der Anmarsch der halbtoten Hãäftlinge dorthin wäre zu kurz, da müssten Zwi- schenstationen hin. Das ebenfalls eine halbe Stunde entfernte„Jugendlager Uckermark“ innerhalb des Lagers, wäre doch dafür geradezu prãdestiniert. Da- z müsste aber das Lager erst einmal Wäumt werden. Wer sollte diese Auf- gabe besser lösen als Oberaufseherin Binz. Dieser erteilte der Kommandant dann auch den entsprechenden Befehl. Mit welcher Brutalität dann von ihr vor- gegangen wurde, bedarf keiner weiteren EFrörterung mehr.
Im Jahr 1944 nahmen die Massen- transporte aus Polen immer mehr zu. In- zwischen betrug der Hãftlingsbestand ca. 46.000, s0 dass Anfang 1 945 die Selektio- nen immer mehr zunahmen. Zum est, wer ins Gas musste, hatte sich die Ober- aufseherin Binz zusammen mit dem S8- Arzt Dr. Winkelmann ein sogen.„Jurn- fest“ ausgedacht. Die geschundenen Frauen mussten Anlauf nehmen und
über einen eineinhalb Meter breiten Graben springen. Wer„versagte“ wurde ins Gas geschickt. Zu dieser Zeit waren die Krematorien Iag und Nacht in Betrieb.
Mit dem Anrücken der russischen Armee begannen die ersten Evaku- ierungen des Lagers, einhergehend mit den Iodesmärchen, ein weitere Vernich- tungsaktion, bei der die S8 von Hitler- jungen und Volkssturmleute unterstützt wurde. Suhren, seine Gefolgschaft und natürlich auch Oberaufseherin Binz hatten sich rechtzeitig aus dem Staube gemacht um unterzutauchen.
Am 30. April 1945 befreiten russi- sche Soldaten das FKI Ravensbrück. Etwa 3000 kranke Frauen und Kinder fanden sie noch vor.
Am 23. Mai 1945 wurde Dorothea Binz verhaftet.
Der Prozess Ein Jahr und sieben Monate nach der Befreiung des Frauenkonzentrationsla- gers Ravensbrück begann am 5. De- zember 1946 in Hamburg der erste so-
Eins von acht Gebäuden, in denen die Aufseherinnen des Konzentrationslagers Ravens- brück wohnten. Seit 2002 werden sie von der internationalen Jugenbegegnungsstätte/ Jugendherberge Ravensbrück genutzt. Auch die Teilnehmer der Frankfurter Studien-
gruppe waren hier untergebracht.


