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(2013) 2013
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42 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

grund von Zeugenaussagen, welche Grausamkeiten sich die Binz ausdachte, die dann fast immer zum Tode von Hãftlingen führten. Einige Beispiele:

* Strafappellstehen im Winter von morgens 7 Uhr bis zum nächsten Mor- gen 7 Uhr. Der Grund: Ein Hãäftling hat- te beim Baumfällen Tannenzweige ab- gebrochen und als Mitbringsel und kleine Weihnachtsüberraschung für die anderen unter der Jacke versteckt. Während des Appellstehens erklangen deutsche Weihnachtslieder aus den Lautsprechern. Viele Frauen starben an diesem 24. Dezmeber den Erfrierung- Stod.

„Abstellen der Heizung im Winter, s0 dass das Leichenkommando die ermor- dete Gefangenen vom kalten Boden kaum lõsen konnte.

⸗ Im Sommer die Heizung voll aufdre- hen und die Zelle und die Luke wo- chenlang verschlossen zu halten. Grund: Wãhrend der schweren Straßenarbeiten nicht schnell genug gearbeitet.

Nächtelanges Hochklappen der Holzpritsche, damit der Häftling auf dem Boden schlafen muss. Grund: Der Blechnapf war nicht auf Hochglanz poliert.

Besonderen Spaß bereitete es Binz, sich über die geistig und psychisch krankgewordenen Hãäftlinge im Zellen- hau lustig Zu machen und zu spotten.

Nachdem Binz ihre„Probezeit er- folgreich“ überstanden hatte, stieg sie zur mittleren Führungsebene auf und wurde zur SS-Oberaufscherin beför- dert. Dies war die höchste Position in der Hierarchie, die sie von Juli 1943 1945 innehatte. Dieser Rang war dem ei- nes Offiziers der SSMännerhierarchie ähnlich. In dieser Funktion nahm sie an Vernichtungsaktionen/ Selektionen und auch an Selektionen für die medizi-

nischen Menschenversuche teil. Die Oberaufseherinnen hatten auch engen Kontakt Zum Schutzhaftlagerführer und sollten diesen beraten und untersttzen, jedoch nicht generell, sondern letztlich nur in„weiblichen Belangen“.

Ausbeutung der Häftlinge durch die Industrie

Im Sommer 1942 benötigte die Fir Siemens„Menschenmaterial“ für ₰ Herstellung ihrer„kriegswichtigen Pro- dukte“ und für ihr eigens dafür im Areal des K eingerichteten Nebenlagers. Das Motto hieß: Vergast die Untermenschen erst, wenn wir sie verbraucht haben. Sie arbeiten sich schon selbst zu Iode. Aber auch dann kann man noch einiges von ihnen verwenden.

Jetzt hieß es für Porothea Binz nicht mehr einfach wahllos morden, sondern die Mordstrategie ändern. Diesbezüg- lich standen personelle Veränderungen in Ravensbrück an und die Stunde der Oberaufscherin hatte geschlagen. Man- del, eine der gefährlichsten und grau- samsten Oberaufscherinnen wurde nach Birkenau(Auschwitz II/ Vernich- tungslager/ FKL) versetzt und ein neu- er Kommandant führte das Lager 8 Sturmbannführer Suhren. An die Ste von Mandel trat nun die Binz. Sie be- kam ihr eigenes Büro und war von nun an über alle Meldungen, Vorkommnisse und Strafmeldungen informiert.

In der Zwischenzeit erhöhte sich die Sterblichkeitsrate im Siemenslager er- heblich. Schon nach wenigen Monaten waren die Frauen am Ende und kõrper- lich ruiniert. Vernichtung wurde jetzt auch direkt durch die Industriebosse der Firma Siemens gesteuert. Die Firma Topf& Söhne in Erfurt musste deshalb zwei neue Verbrennungsõfen liefern.

Der neue Kommandant hatte nun