Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 39
lichen Güter untergebracht waren, die dem alltäglichen Gebrauch dienten, wie etwa Matten oder Stoffe.
Am Vormittag des letzten Aufent- haltstages können wir das Archiv der Gedenkstätte Ravensbrück besichti- gen. Die Mitarbeiterinnen erläutern die Probleme des Archivierens, die Fortschritte und die allgemeine Arbei. Wie immer fehlt Geld, weshalb wichti- ge Dokumente entweder noch nicht gesichtet werden konnten oder in den nächsten Jahren verfallen werden. Man erwartet, weitere Dokumente in den Archiven der ehemaligen Sowie- tunion finden zu können, wobei nicht einmal der Großteil der in Deutsch- nd lagernden eingeschen und gesi-
ert werden konnte.
Es werden alte SSPokumente ge- zeigt, welchen man beispielsweise die Personenstärke von Arbeitskomman- dos, Blocks oder aber auch die Einnah- men für den Verleih der Häftlinge an ortsansässige Privatbetriebe und Ge- haltszahlungen an die Konten der Mi- litärs und Aufseherinnen entnehmen kann. Sie wiesen auf eine enge regiona- le und ũberregionale Vernetzung hin.
Vor der Abfahrt um 14 Uhr be- suchten wir noch die Ausstellung „Zwangsprostitution im Nationalso- zialismus“. Im KZ Ravensbrück wur-
Rundgang auf dem Lagergelände, der heutigen Gedenkstätte Ravensbrück.
den oftmals Frauen für die Prostituti- on in den zehn mit Bordellen ausge- statteten Lagern ausgesucht, meist wa- ren sie der Hãäftlingskategorie„asozi- al“ zugeordnet worden, weil sie nicht dem BDM beigetreten waren oder aus anderen Gründen. Nach einer Ab- schlussrunde besichtigten wir die Aus- stellung„Führerhaus“, in welcher man eine Finsicht in den Werdegang und das Privatleben der ranghohen 88— Mitglieder des KZ Ravensbrück er- hält. Des weiteren wird auf die durch- weg positive Wahrnehmung der rang- hohen SSMitglieder durch die dama- ligen Einwohner des nahe gelegenen Ortes Fürstenberg hingewiesen.
Resümee
Beim Resümee unserer Studienfahrt ist zu hervorzuheben, dass die pãdago- gische Betreuung sehr kompetent und hilfreich für unsere Fragestellungen war. Die Prioritätsset?ungen der Ge- denk- und Brinnerungspolitik der BRD wurde sehr deutlich, zumal das chemalige KZ Ravensbrück nicht zu den Lagern gehört, die hohe Besucher- strõöme einzukalkulieren hätten. Ich wünsche mir besonders, dass vor allem die Arbeit im Archiv größere finanziel- le Mittel Zugewiesen bekäme.
Deniz Martin


