Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 15
Es gab ein Leben vor der Vernichtung: Ausstellungswand in der ehemaligen„Sauna“ in Birkenau mit Familienfotos, die von Hãftlingen bei der Deportation als Erinnerung mit ins Lager gebracht wurden und die im Unterschied zu ihren Besitzern vor der Vernich- tung bewahrt werden konnten.
real und glasklar, weil es emotional s0 indringlich und aufrüttelnd ist.
Gerade dieser Raum und diese Pro- Zedur, durch die die Hãftlinge mussten, ist in seinem gesamten Ausmaß nur fühlbar. Man kann lesen, man kann se- hen, aber man muss durch diese Räu- me gehen, in diesem Lager, mit diesem Wissen und diesem Gefühl, dass dieser Ort zu einem spricht, diesem Gefühl, diese Stationen im Geiste gegangen zu sein mit der Vorstellung, was sie bedeu- tet haben. Dann begreift man, was das für eine Katastrophe gewesen ist, und warum die Nazis es so gemacht haben. Sie wollten diese Menschen mit allen
ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln entmenschlichen und demütigen, ihr ei- genes Selbstwertgefühl steigern und sich profilieren. Aber vor allen Dingen konnten sie sich so vormachen, dass es ja keine Menschen mehr waren, son- dern bestenfalls„Untermenschen“, die sie da ermordeten.
Persõnliche Fragen Was mich aber wãhrend der Besuche in den Lagern auch beschäftigt hat, war die Frage, wie hãtte ich mich verhalten. Wer wãre ich gewesen, wenn ich in die- ser Zeit mit diesen Dingen konfrontiert gewesen wäre? Auf welcher Seite hätte


