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(2013) 2013
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14 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

tert wurden, ist so ergreifend, dass ei- nem schlecht wird, wenn man da steht. Es ist das Gefiihl, das so ergreifend ist! Im Hintergrund hat man all diese In- formationen, die Gesichter und Ge- schichten. Man hat das Grauen vor Au- gen und kann im Geiste das Leiden schen, aber dieses Gefiihl, das geht 80 tief, dass man es sich nicht anlesen kann. Es ist etwas Subtiles an diesen Orten, etwas Einfaches, das einen erreichen muss! Das macht diese Orte aus! Es ist fast So, als würden sie zu einem spre- chen und über dieses Leid erzählen, in einer Sprache, die man nicht sprechen, die man nur fühlen kann. Sie ist univer- sell und deshalb so bedeutend!

Aber noch beeindruckender und erschreckender war Birkenau. Auf dem Gelände waren, als wir dort waren, viel weniger Besucher anzutreffen als im Stammlager. Dies verwunderte mich, denn gerade hier waren Vernichtung und Entmenschlichungan der Tages- ordnung und gerade hier bekam Mas- senmord und Leid eine ganz neue und überdimensionale Bedeutung. Hier muss man sich aber, im Gegensatz zum Stammlager, vieles vorstellen, weil nicht mehr viel Lagergebäude und An- lagen erhalten sind.

In Birkenau, das Vernichtungslager schlechthin, sind so viele Menschen getötet worden, dass es unvorstellbar ist. Zahlen wirken steril und kalt. Ich le- se sie, aber ich kann sie nicht nachvoll- zichen b?w. ganz erfassen, deshalb sind Bücher wie das„Jagebuch der Anne Frank“ und auch von Uberlebenden so enorm wichtig, denn Finzelschicksale erlauben uns das Ausmaß zu erkennen, das dieser Wahnsinn hatte. Und es war Größenwahnsinn, das merkt man schon an den Ausmaßen dieses Lagers.

Es ist unglaublich, wie riesig es ist, wie groß die Krematorien waren, wie viele Baracken dort standen, und dass das Lager erweitert worden wäre, weil man immer weiter und weiter morden wollte! Und wenn man dann vor den schwarzen Seen steht, in denen die Asche der Ermordeten liegt, oder vor dem„weißen Häuschen“, auf dessen an- grenzender Wiese große Scheiterhaufe errichtet worden waren, dann nabe sich diese Zahlen und diese vielen Men- Schen so tief in das Innerste ein, dass sie einen benommen machen. Sie bleiben ungreifbar, aber umso erschreckender, wenn man sich das Leben jeden Einzel- nen vor Augen führen mõchte.

Unvorstellbar, aber trot?dem real und klar

Beeindruckend war auch die„Zentral- Sauna“, in der die neuen Hãäftlinge zu einer Nummer entmenschlicht wurden. Es ist ein erdrückendes Gefühl durch diese Räume und so Schritt für Schritt den Weg nachzugehen, den sie gegan- gen sind: von einem Menschen, der ge- fangenen genommen und seines Le- bens beraubt wurde, bis hin zu dem Raum, wo diese Menschen nur noch ei ne Nummer waren ohne Zukunft, denn wenn sie nicht unter den katastropha- len Bedingungen im Lager starben, dann in den riesigen Gaskammern.

Dann steht man am Ende dieser Sauna in einem Raum, in dem Wände mit, in einem Koffer gefundenen, Fotos aufgestellt wurden, um den Opfern ih- re Namen wieder zu geben, zumindest jenen, von denen man weiß und von de- nen Bilder gefunden wurden dann raubt es einem den Atem und die Spra- che! Es geht über das Vorstellungsver- mõgen hinaus, aber es ist gleichzeitig so