Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 13
Die Wirklichkeit der Orte
Eindrücke einer Studienfahrt: Ein erster Besuch in Auschwitz
Mein Name ist Sara Huppertz und ich bin 25 Jahre alt. Ich bin im Frühjahr mit der Lagergemeinschaft Auschwitz nach Oswiecim gereist. Durch mein Jahrelanges Interesse an der Thematik des zweiten Weltkrieges, insbesondere des Holocaust, habe ich mich endlich dazu entschlossen, Auschwitz-Birkenau zu besuchen und bin im Internet auf die Lagergemeinschaft und ihr Angebot gestoßen.
5 Finige Jahre hatte ich mit mir gerungen, ob ich das überhaupt schaffen kann, durch diese Lager zu gehen, mit der Frage im Hinterkopf, wie es mich verãndern wird. Aber irgendwann war der Drang so groß, dass ich es wa- gen musste, und die Lagerge- meinschaft bot mir einen gut organisierten Rahmen dafür!
An dem Jag, an dem ich das erste Mal durch das Stammlager gehen sollte, war mir schr mulmig zumute. Es ist etwas Anderes über diese Dinge und diesen Ort zu le- sen. Auch Bilder oder Doku- mentationen zu schen reicht nicht an
heran, was man fühlt, wenn man wirklich an diesem Ort steht. Es ist et- was, dem man sich nicht entziehen kann. Man muss davon betroffen wer- den!
Zu meiner großen Uberraschung und auch Enttãuschung ist das Stamm- lager sehr überlaufen. Es kommen Bus- ladungen von Jouristen an, die auf das Gelãnde strõmen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Auf der einen Seite ist es schön, dass soviel Aufklärung betrie- ben wird und Interesse besteht, aber auf der anderen Seite bleibt dadurch
das Gedenken etwas auf der Strecke.
Zum Glück hat unser Guide Jacek Lech es verstanden, die Menschen- mengen zu umschiffen und einfühlsam uns Raum und Zeit lassend über den Ort und seine Schrecken zu berichten! Dadurch war die Unruhe nicht allge- genwärtig.
Eine universelle Sprache Das Stammlager ist sehr beein- druckend! Das brauche ich sicher nicht zu betonen. Allein Block 10 und Block 11 und der dazwischen liegende Hof mit der schwarzen Mauer, an der so viele Menschen erschossen und davor gefol-


