Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 5
Die Reisegruppe mit dem Auschwitz-Uberlebenden Tadeus? Sobolewicz(vordere Reihe, 2. v links, mit Mütze und Schal).„Aus der Hölle zurück“ lautet der Titel seiner Biografie.
ling vom polnischen Staat mit einer hohen Auszeichnung geehrt.
Samstag, 4. 10. 2003(Besuch im Stammlager Auschwit?z in Begleitung des ehemaligen Häftlings Tadeusz So- bolewicz).
Nur etwa ein Viertel aller Neuan- kõmmlinge wurde als arbeitsfãhig ein- gestuft, der überwiegend aus älteren Frauen und Männern sowie Kindern bestehende Rest wurde direkt in die Gaskammern geschickt.(..) Mit deut- Scher Gründlichkeit und Kalkül wurde
ie persönliche Habe der eingetroffe- nen Häftlinge verwertet. So wurden vor ihrer Deportation alle zukünftigen Hãftlinge schriftlich aufgefordert, in einem Koffer alles Notwendige mit auf die Reise zu nehmen. Alle persönli- chen Gegenstände wurden sofort nach Betreten des Lagers oder noch an der Bahnrampe konfisziert.
Uns erschütterte der Gang vorbei an riesigen Vitrinen, in denen tausen- de Schuhpaare, Bürsten, Emaille-
schüsseln, Koffer mit Namen der Häft- linge(teilweise von Kindern des Jahr- gangs 19351), Brillen und Prothesen Sowie einem riesigen Berg von Frau- enhaar aufgetürmt war. Alles hatte die SS pflichtbewußt und akribisch sor- tiert und versucht weiter zu verwer- ten. S0 blieben selbst die sterblichen Uberreste nicht verschont sondern wurden teils zu Seife verarbeitet. Für ein Kilogramm Frauenhaar erhielt die S8 von der Jextilindustrie 350 Pfennig!
Sonntag, 5. 10.2003
(Besuch in Birkenau)
Rund 80 Prozent der Deportierten wurden unmittelbar nach der Ankunft in Vichwaggons in den Gaskammern ermordet. Nur diejenigen(meist Män- ner), die im Vorübergehen als arbeits- fähig eingestuft wurden, wurden als Häftlinge in der Hölle auf Erde wie Sklaven gehalten und erfuhren damit die Gnade ein paar Wochen bis Mona- te zu überleben, ehe sie am Hunger. den Strapazen der martialischen Ar-


