4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Für ein Kilo Frauenhaar erhielt die SS 50 Pfennige
Tagebuch-Notizen eines Auschwitz-Besuchers
Nach zwei intensiven Vorbereitungstreffen unter anderem mit den beiden Monowitz-Hãftlingen Peter Wolff und Siegmund Freund führte eine unter Kei- tung von Andreas Kilian und Matthias Tiessen organisierte Studienfahrt der Ka- gergeimeinschaft mit 18 Frauen und Mãnner vom 2. bis 7. Oktober nach Krakau und Auschwitz. In Krakau führte ein Rundgang durch die historische Altstadt und das vormalige jũdische Viertel Kazimierz zur Ambulanz für ehemalige KZHãft- linge, auch fand ein Ireffen im Club? der Uberlebenden statt. In Oswiecim wur- den in Begleitung des Auschwitz-Hãftlings Tadeus? Sobolewicz das Stammlager (Auschwitz 1), das Vernichtungslager Birkenau(Auschwitz Il) und das Lager Bu naMonowit?(Auschwitz III) besichtigt. Ebenfalls auf dem Programm stand
Gesprãch mit der stellvertretenden Museumsleiterin Krystyna Oleksy. Die folgenden Iagebuch- Auszüge von Niels Tiessen, der Zum erstenmal Po- len besuchte, geben einen kleinen Eindruck von der Studienfahrt.
Freitag, 3. 10. 2003(Besuch in der Ambulanz des Klubs der ehemaligen Auschwitzhäftlinge):
In Krakau und Umgebung leben noch rund 2000 ehemalige Auschwitz- Hãäftlinge, die im Bedarfsfall ambulant versorgt werden. Auch für die hãusliche Pflege gibt es ein spezielles Angebot. Die leitende Arztin berichtete auch von der 16 Betten-Station, die hier für ehemalige Auschwitzer reserviert und immer gut belegt ist, da ein Großteil der Hãäftlinge schon über 80 Jahre alt ist. In der Ambulanz arbeiten auch Vo- lontäre aus Japan und Deutschland. Hoch erfreut bedankte sich die Arztin für unser Interesse an ihren Patienten und auch für die von der Lagergemein- Schaft übergebene Geldspende.
Anschließend besuchten wir den Krakauer Klub der Auschwitzer, des- sen Präsident Josef Paczynski uns sehr freundlich begrüßte. Paczynski gehör- te mit der Häftlingsnummer 121 zum ersten polnischen Hãäftlingstransport.
der zur Errichtung des Lagers einge- setzt wurde. Er berichtete von den Begrüßungsworten“ des Lagerkom- mandanten:„Ihr seid hier nicht in ei- nem Sanatorium sondern in einem deutschen Konzentrationslager. Ihr werdet hier nicht länger als 3 Monate überleben, Juden nicht lãnger als 1 Mo- nat und Priester nicht länger als 14 Ta- ge. Keiner wird das Lager lebend ver- lassen, sondern Ihr alle werdet das Lager durch den Kamin verlassen.“ paczynski wurde unter anderem als persönlicher Friseur des Lagerkom mandanten Rudolf Höß eingesetzt. 6 den drei Jahren, in denen er Höß fri- sierte, habe dieser kein einziges Wort mit ihm gesprochen.
Paczynski verdankte sein Leben dem deutschen Häftling Nr. 2, einem Dieb, aber trot?dem hervorragenden Menschen, der in seiner priviligierten Stellung vielen polnischen Gefange- nen das Leben rettete. Nach der Be- freiung des Lagers wurde dieser Hãäft-


