Heft 
(2003) 2/2003. Dezember 2003
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3

Kürzungen von Zuschüssen stellen Vereinsprojekte in Frage

Weihnachtsspende 2003

Dank der Spenden von Mitgliedern und Sympathisanten konnte die Lager- gemeinschaft Freundeskreis der Auschwitz in vielen Fällen nicht nur moralische Solidarität mit Opfern des Dritten Reiches üben, sondern in ge- wissem Umfang auch materielle Nöte lindern(über die Projekte des Jahres

003 haben wir im Mitteilungsblatt vom uni berichtet). Wir wissen, dass wir als gemeinütziger und rein ehrenamtlich geführter Verein nicht alle von den Opfern des Pritten Reiches an uns her- angetragenen Bitten so unterstützen können, wie es gewünscht wird und es auch wünschenswert wäre. Es fällt schwer, Hoffnungen von Menschen ent- täuschen zu müssen, von denen man weiß, dass ihre Verfolgung, ihre seeli- schen wie körperlichen Demütigungen und erlittenen Torturen, der Verlust von Familienmitgliedern und Freunden im Dritten Reich bis heute nicht oder nur sehr unzureichend anerkannt wurden.

Damit wir auch künftig selten in die- se hilflose ILage geraten, bitten wir nun wieder um eine Weihnachtsspende, s0

ie es unser Vereinsgründer Hermann S stets die Schicksale der Mit- häftlinge in Auschwitz vor Augen bis zu seinem Jod Jahr für Jahr getan hat.

Wie wichtig den Opfern neben den direkten materiellen Unterstũtzungslei- stungen die damit verbundene Aner- kennung ihrer Verfolgungssschicksale ist, das weiß jeder, der einmal mit ihnen zusammengetroffen ist.

Dem Ziel in der Offentlichkeit Em- pathie und Interesse für die Opfer des

Nationalsozialismus zu wecken, sind wir mit Studienfahrten, Vortrags- und Ausstellungsveranstaltungen sowie auch mit Demonstrationen gegen Neo- Nazismus und Rassismus nachgegan- gen. In dem bisherigen Umfang war dies nur mõglich, weil wir Zuschüsse der õffentlichen Hand erhalten haben.

Während beispielsweise im Jahr 2002 die meisten Vorträge von der HIZ, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, mitfinanziert wurden, so mussten wir in diesem Jahr unser Veranstaltungsprogramm weitge- hend aus Figenmitteln bestreiten. Noch bezuschusst von der HIZ war die Stu- dienfahrt nach Auschwitz im Oktober dieses Jahres(Siehe Seite 4 ff). Wir wis- sen bereits jetzt, dass es in 2004 für sol- che Fahrten keine HIZGelder mehr geben wird.

Bedauerlicherweise ist Kurt Grün- berg von der FrankfurterInitiative 9. November zuzustimmen, wenn er die- 8e Praxis wie folgt kommentiert:Ent- gegen jeder Vernunft werden gerade in Zeiten ökonomischer Krisen wenn Menschen ganz besonders anfãllig sind für einfache Erklärungen' und Vorur- teile- der Aufklärung verpflichtete so ziale, kulturelle und wissenschaftliche Institutionen weniger gefördert.

lhre Weihnachtsspende(ein Uber- weisungsformular liegt bei) hilft mit, die Arbeit der Lagergemeinschaft und des Freundeskreises fortzusetzen; dafür danken vor allem die ehemaligen Hãäft- linge der Konzentrationslager und die Gefangenen der Gestapo-Gefängnisse.