30 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Offener Brief an Kerstin Müller, Staatministerin im Außwärtigen Amt
Stiftung„Auschwitz soll nicht vergessen werden“
Sehr geehrte Frau Staatsministerin Müller.
die Lagergemeinschaft Auschwit? ist die deutsche Vertretung im Interna- tionalen Auschwitzkomitee. Sie ist außerdem eine Institution die regel- mäßige Veranstaltungs und Vortrags- reihen. Bücherlesungen, Film- und Diskussionsabende, Gedenkarbeit und auch Fahrten für Schüler, Jugend-, Studenten und Erwachsenengruppen nach Auschwitz durchführt. Näheres ergibt sich aus der umfangreichen Ak- tenlage in Ihrem Hause. Wir sind aber auch gerne bereit, Ihnen persõnlich die umfangreichen Aufgabenfelder unse- rer ehrenamtlichen Tätigkeiten darzu- stellen.
Insbesondere der pädagogische Umgang mit Auschwitz führt bei uns Schon seit Jahren zu neuen Erkenntnis- sen und Uberlegungen. Diese hatten wir ausführlich Ihrem Vorgänger, Herrn Staatsminister Dr. Ludger Vol- mer in verschiedenen Schriftsãtzen im Kontext zu dem sinnvollen Wunsch zur Einrichtung einer Stiftung Auschwit?z soll nicht vergessen werden“ darge- stellt. Diese Stiftung sollte langfristig den besonderen von uns vertretenen Anliegen über ein Gründungsstiftungs- kapita! von 1 Million Euro gerecht wer- den und über Zustiftungen sollten die- se Möglichkeiten noch ausgebaut werden. Das Gründungserstkapital sollte entsprechend politischer, morali- scher, gesamtgesellschaftlicher und in Bezug auf Polen auch außenpolitischer Verpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland als Finmalleistung den Bundeshaushalt belasten.
Diese Vorgehensweise zeichnete sich in den gemeinsamen Uberlegun-
gen auch mit Herrn Staatsminister Volmer ab zumindest deutlich in dem Schriftverkehr vor der Bundestags- wahl. Zur Lösung noch offener Fragen bzw. Konzeptveränderungen bzw.—er- gänzungen wollten wir als innovativer und inhaltsflexibler Verein natürlich ausdrücklich beitragen. Umso übe raschter waren wir über ein Schreibef von Herrn Dr. Volmer vom 07. 10.02, in dem dieser neben einem Allgemein- bekenntnis auch schrieb„Grundsätz- lich erscheint es mir nicht notwendig. zum Zweck der Heranführung jünge- rer Menschen an das Thema Ausch- witz eine neue Stiftung ins Leben zu rufen“. Fälschlicherweise verwies er uns auf„geeignete Projekte“ aus Mit- teln der Bundesstiftung„Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ beson- ders im Rahmen des Programmes Begegnung mit Zeitzeugen“. Die Bundesstiftung verfügt aber bekann- termaßen nur über zweckgebundene Mittel und unser Ansatz geht aus- drücklich über die natürlich wichtige Begegnung mit Zeitzeugen hinaus. Mit diesen arbeiten wir auf Grund um, serer Möglichkeiten im Rahmen Standardprogrammen seit Jahrzehn- ten Zusammen und weitere Aufbaulei- stungen sind an dieser Stelle für uns nicht notwendig. Unser Ansatz ist es. vorausschauend jetzt die Strukturen auf?ubauen die benõtigt werden, wenn in absehbarer Zeit historische Zeugen nicht mehr vorhanden sind. Dabei ist der Hinweis von Herrn Pr. Volmer auf die Jask Force“ wenig hilfreich, da auch diese im Kern andere Interessen zu vertreten hat.
Eine Sachstandszusammenfassung wurde in unserem Mitteilungsblatt


