Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 31
2/02— das wir beifügen- dargestellt. Diese hat bundesweit und internatio- nal verschiedene Reaktionen, teilwei- se von Unverständnis und Empörung geprägt, ausgelöst. Ua. habemuns nun das Internationale Auschwit?komitee. die Gedenkstätte Museum Auschwitz. die Gesellschaft zur Betreuung von Auschwitz in Warschau und der Club der Auschwitzer in Krakau aufgefor- dert, die bisherigen Anliegen erneut
inzubringen und mit Ihnen, Frau Staatsministerin Müller, in einen Dia- log einzutreten. Die Ergebnisse sollen über unser Mitteilungsblatt hinaus in der bundesdeutschen, polnischen, is— raelischen, französischen und ameri- kanischen Tagespresse veröffentlicht werde. U.a. aus diesen Ländern vertre- ten wir einen relevanten Ieil unserer Mitglieder.
Wir bitten also um kritische, wohl- wollende aber auch diskussionsfle— xible Prüfung unserer Anliegen. Zur Prleichterung fügen wir einen Kopie- sat? wesentlicher Schriftstücke seit Mitte 2001 bei. Natürlich ist uns auch die Haushaltslage des Bundes bekannt und deshalb macht es einen Sinn, die in Anbetracht des Anliegens beschei-
denen Mittel von nur 1 Million Euro neu in den Haushalt 2004 einzustellen, wenn es nicht- was wir vermuten ge- eignete Iitel für solche Angelegenhei- ten schon gibt. Diese Summe garan- ie ee e Jahrzehnte nachhaltiges Arbeiten oh- ne dass sich das Stiftungskapital auf- braucht.
Gerade bei einer Stiftung ergibt sich für uns die Mõglichkeit langfristig unabhängig von dem politischen Ta- gesgeschäft agieren zu können. Wir wollen weder vor Bundestagswahlen noch in laufenden Kegislaturperioden Zzum Spielball politischer Interessen oder aktueller Haushaltslagen wer- den. Andererseits kann die Politik ihren PFinfluss wahren, indem sie ihre entsprechenden Vertreter/innen in den angedachten Stiftungsbeirat ent- sendet.
Wir wünschen Ihnen die für die Sa- che notwendige Tat- und Entschei- dungskraft im positiven Sinn, freuen uns über eine zeitnahe Nachricht und verbleiben
mit freundlichen Grüßen Diethardt Stamm für den Vorstand
DB Tschechen und Deutsche: Feindliche Nachbarn?
Jaroslav Vrba, der als Zwangsarbei- ter nach Frankfurt verschleppt worden war, teilt seine Empörung mit, dass die Sudetendeutsche Landsmannschaft in Prag ein„Informationsbüro“ eröffnet hat und gegen die Aufnahme der Tschechischen Republik in die EU agi- tiert. Er erinnert, dass die die große Mehrheit der Sudetendeutschen als In- strument der Weltherrschaftspläne der Nazis freiwillig und wissend“ mithal- fen den damals in Mitteleuropa einzi- gen demokratischen Staat zu Zerschla-
gen, und zwar einen multinationalen Staat, in dem allen Volksgruppen, auch der deutschen, die gleichen Rechte(ei- gene Schulen, Theater, Vereine usw.) garantiert waren.
Der Studienkreis„Deutscher Wi- derstand“ hat unter dem Titel„Tsche- chen und Deutsche: Feindliche Nach- barn?“ die Problematik ausführlich in seinen Informationen(Heft Nr. 56, Nov. 2002) debattiert. Internet: www. studienkreis-widerstand-1933-45.de: Tel.(069) 721575.


