Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 21
Zeit von ihrem Schwiegersohn auf dem Rücken getragen, daneben ging ihre Tochter mit zwei 4 und 7jãhrigen Kin- dern. Alle wurde getötet, die alte Frau direkt auf dem Rücken ihres Schwie- gersohnes. Die Menschen wurden in Viererreihen vor einen Leichenberg ge- Stellt und mit Genickschuß hingerichtet. Ich war in der letzten Viererreihe. lch flehte die Ukrainer an, dass sie mich und die Kinder schonen. Sie haben mich efragt, ob ich mich loskaufen kann. Ich hatte Gold dabei und gab es den Ukrai- nern, sie nahmen alles und wollten uns wegführen, jedoch ein Deutscher, der diese Exekution leitete, hat dies verhin- dert. Ich flehte den Deutschen an, küss- te seine Hãnde, er schubste mich aber, ich fiel zu Boden und er schrie'schnel- ler“. Er schubste und schlug auch mei- nen ãltesten Sohn undschrie'schneller, schneller, du polnischer Bandit“ Ich näherte mich der Exekutionsstelle, in der rechten Hand hielt ich zwei Händ-
chen von meinen kleineren Kindern, in der linken das Händchen des ältesten Sohnes. Die Kinder weinten und bete- ten. Der erste Schuss tõtete meinen Al- testen, der zweite traf mich, der nächste tõtete meine jüngeren Kinder. Ich fiel zur Seite, der Schuss war nicht tõdlich. Die Kugel ging am Genick links rein und ging an der Wange raus. Ich bekam eine Schwangerschaftsblutung, aus dem Mund spuckte ich Blut und ein paar Zähne. Die linke Kopf- und Körpersei- te waren gefühllos, ich war aber bei Be- wusstsein und konnte alles beobachten.
Die Exekution wurde weiter durch- geführt und die Leichen fielen auf mich. lch war unter vier Männern begraben. Die Exekution dauerte bis in die Spãten Abendstunden. In den Pausen durch- suchten die Henker die Leichen, raub- ten sie aus, schossen auf die, die noch Febenszeichen gaben. Mir haben sie die Uhr vom Arm gestreift, ich stellte mich tot. Sie berührten die Leichen nicht di-
BRIEF EINEs 18-AHRIGENHAFTILINGsS, TEILNEHMER DEs WARSCHAUER AUFSTLANDEsS
Liebe Mama ich schicke herzliche Grüße. Die Deut- schen haben mich und den Pa- pa mit anderen Menschen aus Warschau ins Lager nach Au- schwitz gebracht. Der Papa lebt schon nicht mehr, weine nicht, Mama, wenn ich auch sterbe. Unsere Körper werden zur Erde. Auf dieser Erde ent-
Abschrift eines Kassibers eines unheltannten 18. jährigen Häftlings, der während des Warschauer Auf- Sands zusummen mit seinem Vater nuch Auschwit⸗ gehracht worden ist. Der Kassieher wurde übergeben und verschickt durch Rudolf GrzybosMi, der im KI. Auschwitz als Zivilurbeiter beschdftigt wur
steht das Haus der Republik Polen. Bleibe mit Gott. Dein Dich liebender Sohn Zbyszek.
Der Brief wurde aus Qt- wocMk am 23. 10. 10dd verschickt.


