Heft 
(2002) 1/2002. Juni 2002
Einzelbild herunterladen

Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 11

Fortbestand der Arbeitsstelle ist gefährdet

Im Augenblick ist die Arbeitsstelle Holocaustliteratur personell so gut wie nicht ausgestattet: Für die vielen Arbeiten steht bislang keine(ic!l) Mitarbeiterstelle zur Verfügung- die Arbeit erfolgt also ausschließlich in der Freizeit der beteiligten Wissen- schaftler.

Dass dies nicht mehr lange so wei-

rgehen kann, hat der Leiter der Ar- beitsstelle, Prof. Leibfried, in dem ne- benstehenden Interview mit den Frankfurter Jüdischen Nachrichten deutlich gemacht.

Universitätsleitung und das Land Hessen sollten sich daher schnell zu- sammensetzen, um eine Lõsung zu fin- den. Sonst droht das einzige deutsche Projekt, das sich der Interpretation und der Sammlung der Holocaustlite- ratur widmet, zu scheitern. In einem Augenblick, in dem die Generation, die den Holocaust durchleiden muss- te, fast nicht mehr vorhanden ist und ihre Texte die einzigen Zeugnisse für die Zukunft sind, wäre dies im Lande der Tãter ein fatales Signal.

Hans Hirchmann

Holocaust als Thema für Grundschulkinder?

Der FrageHolocaust als Thema für Grundschulkinder widmet sich am Fritz-Bauer-Institut in Frankfurt Seit 1990 eine unter anderem von Tru- de Simonsohn, Uberlebende von The- resienstadt und Auschwitz, unterstũtz- te Arbeitsgruppe. Erörtert wurden Möglichkeiten und Grenzen, mit Kin- dern unter 12 Jahren über die Nazi- Verbrechen zu sprechen.Die Berich- 0 aus der Praxis machen deutlich, dass Kinder heutzutage schon vielfältig mit den Themen Menschenrechtsverlet- zungen, Krieg und Genozid in Be- rührung kommen, so auch mit der na- tionalsozialistischen Vergangenheit, auf die in der Gegenwart immer wie- der Bezug genommen wird, heißt es in einem Artikel der vom Institut her- ausgegegenen Newsletter(Nr. 22 Frühjahr 2002).

Die Arbeitsgruppe entwickelte das ProjektLesekoffer Die hier zusam-

mengestellten Materialien sind nicht im Sinne von Lehrbüchern oder Ko- piervorlagen zu verstehen. Ziel ist viel- mehr dieindividuelle Kommunikati- on zwischen Kindern und Erwach- senen in der Familie sowie innerhalb und außerhalb der Schule zu unter- stützen.Der Lesekoffer fordert die Erwachsenen dazu auf, sich mit dem Thema und Gesprächen mit Kindern auseinander zu setzen und er enthält eine Handreichung mit konzeptio- nellen Uberlegungen und praktischen Hinweisen. DerLesekoffer kann maximal für sechs Wochen kostenlos entliehen werden.

Info: Heike Deckert-Peaceman, Frit? Bauer Institut, Frankfurt/Main, Telefon-Nr.(O69) 79 83 22 31; Fax 41; Email: paedfritz bauerinstitut.de.

Das Projekt wurde finanziell durch eine Spende der Ernst Ludwig Cham- bré Stiftung, Lich, gefördert.