Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 5
ausging, mit ei- nem kleinen Sa- chetat ausge- stattet wurde. Seitdem hat sich die kleine Finrichtung ra- sant entwickelt: So konnten be- reits einige Pu- blikationen vor- 6 werden, Kontakte wurden weltweit geknüpft- und vor allem hat sich der Wissensstand über die Holo- caustliteratur in Deutschland durch die Arbeitsstelle wesentlich verbessert. Uber die Homepage(vww. holo- caustliteratur. de) gehen nahezu tãglich Anfragen von Kollegen, Studenten, Schülern und von Uberlebenden ein, die entweder Recherchehilfen benöti- gen oder um Hiffen bei der Publikation von Iexten bitten. Zu den Arbeiten der Forschungseinrichtung gehörte es bis- lang auch, durch öffentliche Vortrãge,
Dr. Oskar Singer(rechts), einer der Ser der Chronik des Getto Lodz.
vor allem aber durch Lesungen mit Autoren ein breites Publi- kum mit der Ho- locaustliteratur vertraut zu ma- chen. Besonders wichtig ist es da- bei für die Mit- arbeiter der Ar- beitsstelle, dass Autoren und Publikum ins Gesprãch miteinander kommen.
Der Schwerpunkt in der augen- blicklichen Arbeit liegt auf dem Getto Lodz. Durch die partnerschaftlichen Beziehung mit der Lodzer Universität konnte 2000 ein Kooperationsabkom- men unterzeichnet werden, das die komplette EFdition der sogenannten Lodzer Getto Chronik“ vorsieht, ei- nem kollektiven 2000 seitigen Tage- buch, das im Auftrag des Lodzer Ju- denrates die täglichen Ereignisse im Getto verzeichnet.
Hauptverfas-
Zum Begriff„Holocaustliteratur“
Seit einiger Zeit hat sich der Begriff Holocaustliteratur?- aus dem Ameri- hnischen kommend- als eine Art Genre-Bezeichnung etabliert für eine Vielfalt von Textsorten, die die klassi- schen Gattungsgrenzen?wischen Epik, Lyrik und Drama überschreitet. Dabei bleibt die Bezeichnung trotz ihrer(weiter zunehmenden) Verbrei- tung etwa in Verlagsprospekten, Re- zensionen und wissenschaftlichen Un- tersuchungen- weitgehend diffus: Einmal werden nur fiktive Texte zum Holocaust unter diesem Begriff subsu- miert, ein anderes mal nur'authenti-
sche“, d.h. von Uberlebenden verfasste Schriften, und in wieder anderen Fãl- len beide Textsorten. Auch der Begriff Holocaust“ wird je anders verstan- den: Manchmal umfasst er die Ge- samtheit der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik, ein anderes Mal bezicht er sich konkret auf die Ver- nichtung der jüdischen Menschen in den Konzentrationslagern und spart andere Opfergruppen aus. Es versteht sich deshalb von selbst, dass die Ar- beitsstelle Zunãchst klären musste, was unter dem Begriff Holocaustlitera- tur“ zu verstehen ist. Die nachfolgende


