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(2002) 1/2002. Juni 2002
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2 Lagergemeinschaft Auschwit?-Freundeskreis der Auschwitzer

die Gedenkstãttenarbeit. Er trat damit pillers Forderung entgegen, Ieile des Ausstellungskonzeptes zurückzuzie- hen, weil darin die Bezichungen zwi- schen der Stadt Dachau und dem K?Z auf eine höchst problematische Wei- se 80o Piller- dargestellt würden.

Wolfgang Benz bezeichnete es als einUnikat in der deutschen Stif- tungslandschaft, dass die Leiter der Gedenkstätten lediglich beratende Funktionen bekommen sollen.Der entscheidende Punkt ist, ob die Ge- denkstãtten marginalisiert werden und nur noch Befehle ausführen, die sie aus den Gremien bekommen, Zitiert die AZ Wolfgang Benz. Auch der Münch- ner TU-Professor Winfried Nerdinger, ebenfalls Beiratsmitglied in Dachau, sieht dies so:Es ist untragbar, dass die fachliche Kompetenz von Gedenkstãt- tenleitern und Wissenschaftlern nicht im Stiftungsrat vertreten ist und nur nach Bedarf und Gutdũnken von Poli- tikern herangezogen wird.

Uberhaupt nicht vorgesehen im Ge- Setz ist zudemein Mitwirkungsrecht der Gewerkschaften obwohl es gerade Mitglieder der organisierten Arbeiter- bewegung waren, die in den Anfangs- jahren des KꝰZ Dachau, des ersten Kon- zentrationslagers in der NSZeit in Bayern, den größten Anteil der Gefan- genen und der Opfer stellten?, wie die Lagergemeinschaft Dachau in einer Protesterklãrung hervorhob.

Da zudem auch nicht die Gedenk- stãtten Sitz und Stimme im Stiftungsrat haben sollen, wird nach Ansicht der La- gergemeinschaft Dachau der vorliegen- de Entwurf, weder den Uberlebenden noch den wissenschaftlichen An- Sprüchen gerecht.

Charakteristisch für dieobrigkeit- liche- s0 Wolfgang Benz- Ausrich- tung des Stiftungsentwurfs ist, dass der Chef der Landes?ꝰentrale für politische Bildung, die dem bayrischen Kultus- ministerium untersteht, zugleich Stif- tungsdirektor werden soll. Einepi- kante Doppelfunktion, denn als Beamter ist er damit direkt seiner Chefin, der Kultusministerin- derzeit Straußtochter Monika Hohlmeier unterstellt und vehunggebun wie die AZJournalisten Backmund und Marsen anmerken. Nebenbei: In der Stiftung des ehemaligen KZ Bu- chenwald ist sebstverständlich der Leiter der Gedenkstätte auch der Stif- tungsvorsitzende.

Warum s0 fragte Max Mannhei- mer, der Vorsit?ende der Lagergemein- Schaft Dachau, auf Anfrage der Frank- furter Rundschau- sollen in Bayern nicht-fachkundige Kommunalpoliti- ker mehr Einfluss bekommen als Wis- Senschaftler und die Verbãnde der Hãft- linge und ihrer Angehörigen. Tages- politische Erwägungen sollten bei der Arbeit in Gedenkstätten doch besser nichts zu suchen haben. Mannheimer fordert, die Leiter der Gedenkstätte Dachau und Flossenbürg müssen 6 Stiftungsrat vertreten sein, sonst wer- den die ja Zu Bittstellern gemacht.

Die Verfolgtenverbände lösen sich nicht mit dem Tod der Hãftlinge auf. Unsere Angehörigen und enga- gierte Jugendliche werden unsere Ar- beit fortsetzen und můüssen deshalb im Stiftungsrat berücksichtigt werden, So Errnst Grube, ehemaliger KZHäft- ling und bayrischer Landessprecher der VVN.

Hans Hirschmann