Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Kurze Chronik, wie sich die Stadt Frankfurt ihrer
geschichtlichen Verantwortung entzieht
Die„Initiative gegen das Verges- sen“, wie die LGA Freundeskreis der Auschwitzer Mitglied im Arbeitskreis Ausgegrenzte Opfergruppen, recher- chierte in den vergangenen Jahren über Zwangsarbeit in Frankfurter Be- trieben während des Dritten Reiches. Unter anderem wurden Adressen er- mittelt von ehemaligen Zwangsarbei- terinnen und-ar- beitern. Mitte 1990 verschickte die In- itiative Fragebö- gen: Aus Tschechi- en antworteten 153 und aus Polen 54 Frauen und Männer, die nach Frankfurt ver- Schleppt und hier ausgebeutet wurden. Ende 1990 übernimmt die Arbeits- gruppe Ausgegrenzte Opfer, die sich beim Studienkreis Deutscher Wider- stand trifft, die weitere Arbeit. Die Fragebögen werden übersetzt und ausgewertet. Die Idee eines Besuchs- programms entsteht.
Ende 1999 verschickt die Arbeits- gruppe Briefe an die ehemaligen Zwangsarbeiter und fragt u. a., ob sie Interesse an einem Besuch in Frank- furt haben, soweit ihnen dies über- haupt noch gesundheitlich möglich ist. Es geht eine ganze Reihe zustimmen- der Antworten ein.
Tatsächlich erfolgt am 8. Juni 2000 ein Beschluss der Stadtverordneten- versammlung, in dem der Magistrat aufgefordert wird,„Schnellstmõglich“ ein Besuchsprogramm durchzuführen.
EFhemalige Zwangsarbeiter das besuchen auf Finladung der Arbeitsgruppe Ausgegrenzte Opfergruppen im Januar 2002 Frankfurt
Am 7. August 2000 unterbreitet die Arbeitsgruppe Ausgegrenzte Opfer Kulturdezernent Dr. Nordhoff kon- krete Vorschläge für das Besuchspro- gramm und weist auf die zustimmen- den Antworten aus Polen und Tschechien hin. Am 13. Oktober ant- wortet der Dezernent und gibt b kannt„in Kürze eine Arbeitsgruppe
einzuberufen“, die „Vorhaben“ vorbereiten soll. Am 25. Oktober stellt die Arbeits- gruppe dem Ma- gistrat eine Aus- wertung der Fra- gebögen zur Verfügung.
Bis zu den Kommunalwahlen im Frühjahr 2001 herrschte von offizieller Seite Funkstille. Informell war immer zu hören gerade auch vom Institut für Stadtgeschichte, dass es wenig Quel- len über Zwangsarbeit in Frankfurt gã- be. Lutz Becht vom Institut für Stadt- geschichte stellt sogar in einem Aufsatz infrage, ob überhaupt von Zwang arbeit die Rede sein könne.
Im März ging die Arbeitsgruppe Ausgegrenzte Opfer mit einer Pres- seerklãrung an die Offentlichkeit und wies daraufhin, dass alle Vorausset- zungen gegeben sind, ehemalige Zwangsarbeiter nach Frankfurt einzu- laden. Dass diese bereit sind, zu kom- men und mit interessierten Menschen hier über die bitteren Erfahrungen ih- rer Verschleppung und Ausbeutung zu sprechen, ist alles andere als selbstver-


