Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3
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Zwangsarbeiter-Betrieb Ad
ler-Werke Frankfurt. Aus: Ernst Kaiser/ Michael Knorn.„Wir
lebten und Schliefen zwischen den Toten“. Rüstungsproduktion, Zwangsarbeit und Ver- nichtung in den Frankfurte Adlerwerken. Frankfurt, Campus-Verlags, 1998.
eine Möglichkeit, aus eigener Initia- tive den Ort ihrer Verfolgung aufzu- suchen.?
Hat es schon bei den vertriebenen jüdischen Bewohnern der Städte und Gemeinden lange gedauert, bis von den Kommunen für ihre ehemaligen Bürgerinnen und Bürger Besuchspro- gramme durchgeführt wurden, so dau-
G es bei den Zwangsarbeitern noch länger. Köln ist die einzige Stadt, die seit Jahren regelmäßig einmal im Jahr ehemalige Zwangsarbeiter, Kriegsge- fangene und KZHãäftlinge einlãdt. Weitere Stãdte haben damit ebenfalls begonnen. Die Mainmetropole Frank- furt am Main, die sich so gerne welt- offen und liberal gibt, gehört jedoch nicht dazu. Hier hat es ganze zehn Jah- re gebraucht, bis endlich am städti-
Karola Fings, S. 8 f
schen Gesundheitsamt in der Brau- bachstraße eine Gedenktafel ange- bracht wurde, mit der an die rassisti- sche Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma erinnert wird sowie an die„Rassen- und Zigeunerforscher“ Eva Justin und Robert Ritter, die nach dem Krieg in der Frankfurter Gesund- heitsbehörde ihre beruflichen Karrie- ren bruchlos fortsetzten.
Zwar haben die Stadtverordneten mittlerweile den Magistrat beauftragt, ein Besuchsprogramm für ehemalige Zwangsarbeiter zu organisieren, aber erneut verschleppt die Verwaltung in skandalõser Weise ein solches Vorha- ben der geschichtlichen Erinnerung und des Gedenkens an Opfer des Na- tionalsozialismus. ¶Siehe Artikel nächs- 1e Seite) Hans Hirschmann


