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(2001) 1/2001. Juni 2001
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28 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

cherweise in der Lebendigkeit der Darstellung das gesprochene Wort an, was in der schriftlichen Form durch die beigegebene Bilddokumentation an Anschaulichkeit noch gewinnt.

Den Lesern wird ein rundum ge- lungenes, äußerst informatives Werk zugänglich. Es zeigt, dass Kirchenge- schichte, die sich als kritische Stadt- und Sozialgeschichte versteht, gerade zu den Themen Antisemitisums, Ras- sismus und Minderheiten aufschluss- reiche Finsichten beitragen kann.

Die Autoren sind Männer der Kir- che. Proescholdt war überdies als Nachfolger von Hermann Reineck Vorsitzender der Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis. Telschow ist seit Jahren Vorstandsmitglied von Zeichen der Hoffnung und anderen Organisationen, die sich für die Ver- söhnung von Deutschen und Polen einsetzen.

So schr die Vorträge auch wissen-

schaftlichen Standards genügen, s0 wenig kennzeichnet allerdings die Verfasser ein wertfreier, neutraler wissenschaftlicher Blick. Dies zeigt schon der UntertitelVom Umgang mil Andersdenkenden- Andersglau- henden Anderslebenden. Wie ist man mit Menschen umgegangen und wie geht man mit denjenigen um, die anders sind, ist ihre Frage. Aus der Darlegung dessen, was war und immer

noch ist, gewinnt der Zuhörer und 9

ser Handlungsmaximen für heute. Wer sich knapp und fundiert infor- mieren möchte und bereit ist, aus den Folgen des Rassenwahns und der reli- giösen Intoleranz zu lernen und Mut zu eigenem Engagement zu finden. der lese dieses Buch. Unter dem letzt genannten Aspekt sei insbesondere auch auf den Vortrag über Paul Schneider, den Prediger von Bu chenwald, verwiesen. Albrecht Werer Cordt

Namen von 11.134 Frankfurter jüdischen Deportierten und Ermordeten an der Friedhofsmauer Battonstraße.(Foto: Proescholdt aus: Minderheiten in Frankfurt).