Heft 
(2001) 1/2001. Juni 2001
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 5

den nicht aufzulösenden inneren Wi- derspruch konservatorischer Arbeit an diesem historischen Ort Birkenau. Trotz anerkannt eindeutiger Notwen- digkeit der Erhaltung originaler Sub stanz, ergab sich zwangsläufig durch die notwendigen Fingriffe ein Verlust an Authentizität. Dies war, einmal, die Folge der Erhaltungsarbeiten selbst. zum anderen, eine Konsequenz der neuen Nutzung des Gebãudes für eine Lauerausstellung. Dieses Spannungs- ld war nicht aufzulõsen. In ihm hat- ten sich diejenigen, die sich für diese Sache eingesetzt haben, zu bewegen. Erleichtert wurden die denkmal- pflegerischen Entscheidungen durch die Möglichkeit, die für ein Ausstel- lungsgebäude notwendige technische Ausstattung im nicht originalen Dach- bereich(das Dach ist eine Rekon- struktion aus den 60er Jahren, nach- dem der originale Dachstuhl im Jahre

1954 eingestürzt war) konzentriert un- terzubringen. Konsequent wurde auch diese Konzeption für die Haustechnik des Gebãudes, einschließlich der Be- suchertoiletten, gewählt, die keinerlei Emissionen an die Umgebung, das heißt, an die Erde, an die Luft, an die Gewässer Birkenaus, abgibt.

Bei der mehrjährigen Arbeit an dieser Aufgabe im ehemaligen Kon- Zentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau erwies sich die tiefe Wahrheit der Wort Saint- Exupéry's:. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!.

Ja, das Sichtbare, die Dinge, sind nicht das Wesentliche dieses Ortes. Das Wesentliche dieses Ortes ist un- sichtbar! Deshalb muß bei der Pflege und der Erhaltung des Sichtbaren je- de Sorgfalt aufgewendet werden, um das, was man mit dem Herzen sieht, nicht zu stören.

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Bau eines Flügels der Sauna(Sommer 1943 Aufnahme eines SS-Mannes)