Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 21
richten verantworten sollten, brachte Bewegung in die seit über 50 Jahren bestehende Abwehrfront gegen die Ansprüche der ehemaligen Zwangsar- beiterInnen.
Am 4. März 1998 hatte Elsa Iwanowa, Zwangsarbeiterin aus Rostow, beim Bezirksgericht in Newark/New Jersey Klage gegen die Kölner Ford-Werke und das Ford-Stammwerk in Dear- born /Michigan eingereicht. Beim Amtsantritt der neuen Bundesregie- rung im Herbst 1998 waren in den USA bereits mehr als ein Dutzend Verfahren gegen deutsche Firmen we- gen ihrer Rolle bei der Beschäftigung von NSZwangsarbeiterInnen anhän- gig. Die Klagen orientierten sich am Beispiel des Verfahrens gegen zwei Schweizer Großbanken wegen ihrer Beteiligung an den Arisierungs- und Raubgoldgeschäften der Nazis. Am 12. August 1908 endete dieser seit 1906 laufende Prozess mit einem Ver- gleich: Die Schweizerische Kreditan- stalt und die UBS A6 erklärten sich bereit, 1,25 Milliarden Dollar zu zah- len, um so einer für sie negativen Ent- Gi n des Bezirksgerichtes New ork zuvorzukommen und einem in den USA drohenden Boykott und weiteren fürs Geschäft negativen Schlagzeilen zu entgehen.
Eine Uberprüfung der Verantwortung der deutschen Wirtschaft und ihrer Rolle im NSZwangsarbeitssystem vor USamerikanischen Gerichten- das galt es unbedingt zu vermeiden. Die
neue Bundesregierung erklärte den Schutz der deutschen Wirtschaft vor USamerikanischen Klagen zur Chef- Sache; am 16. Februar 1999 wurde die Gründung der„Stiftungsinitiative der derutschen Wirtschaft Erinnerung, Ver- antwortung und Zulkunft'“ bekanntge- geben, und die Verhandlungen über die Entschädigung der ehemaligen Zwangsarbeiterlnnen begannen.
Amosen statt Entschädigung
Ein Blick in die offiziellen Selbstdar- stellungen dieser Stiftungsinitiative verdeutlicht, was es mit der„Erinne- rung“ und„Verantwortung“ auf sich hat. Zunächst einmal macht die deut- sche Wirtschaft klar, daß sie keines- wegs die Abwehrhaltung gegen über den ZwangsarbeiterInnen aufzugeben gedenkt und nur unter Druck bereit ist, überhaupt über das Thema zu re- den:„Der Zusammenschluß der Opfer im Rahmen von Sammelklagen eic. for- dert eine volidarische Antwort der Wirt- chaft in Form der Sifnungsinitiative. Die Erinnerung der deutschen Wirt- Schaft sagt ihr nur, daß sie selbst auf kei- nen Fall verantwortlich zu machen ist:
Deutsche Unternehmen waren- ins hesondere im Kahmen der Kriegs- wirtschaft- in das NRegime und damit auch in das von ilm ausgelòste Unrecht eingebunden. Dabei gingen nationalsozialistische Verfolgung und Zwangsarbeit vom NStuat aus.(..) Nahezu jedes damals existierende deusche Industrieunternehmen mus-
Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft„Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“: Humanitãre Geste und Schaffung von Rechtsfrieden(http:/www stiftungsinitiative. de/)


