Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
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den Stiftungsfonds zu bewegen suchte: Neben dem angestrebten„faktischen Rechtsschutz“ vor weiteren Forderun- gen werde die Mitgliedschaft in der Stiftungsinitiative von den„Ge- Schäftspartnern in vielen Ländern“ als „ideeler Bonus“ aufgefaßt, argumen- tierte Henkel.
Lothar Evers, der bei den Entschä- digungsverhandlungen als Vertreter von tschechischen Opferverbänden teilgenommen hatte, berichtete, dass gerade bei großen und alten HFirmen die Zahlungsmoral schlecht sei. Nach seinen Erfahrungen sind bei den Spen- dern junge, erst nach dem Krieg ge- gründete Unternehmen in der Mehr- heit. Bereits im PDritten Reich existierende Verbrecher-Unterneh- men,„die bei der S8 antichambriert haben, um sich ein KZ an die Firma bauen zu lassen“, seien dagegen mehr als zurückhaltend.
Selbst wenn große Rüstungsfirmen und Banken bis zu 100 Millionen Mark in den Entschãdigungsfonds der Wirt- schaftsstiftung einzahlen, so sei dies lächerlich, so Evers. Diese Summe decke nicht einmal die damals einge- sparten Löhne- von Entschädigungs- leistungen ganz zu schweigen. Wãhrend viel von den Gewinnerwar- tungen der US-amerikanischen An- waltskanzleien, die die Interessen der Zwangsarbeiter vertreten, die Rede ist, habe kaum jemand über die millio- nenteuren Gegengutachten gespro- chen, die von der Großindustrie in Auftrag gegeben wurden. Im Unter- schied zu den bereits bezahlten Gut- achtern seien die erwarteten Honora- re sowie die Begleichung der
bisherigen Aufwandsentschädigungen der US-Anwälte mit hohem Risiko verbunden.
Nicht für Entschädigungsfonds der Stiftungsinitiative Spenden
Evers sprach sich dagegen aus, dass Unternehmen in den Stiftungs- fonds der deutschen Wirtschaft ein- zahlen, Effektiver sei es für lokale Projekte zu spenden, die bereits Leis- tungen für ehemalige Zwangsarbeiter aufbringen. Die zugesagten fünf Milli- arden seien von den Großunterneh- men„lächelnd“ aufzubringen, wenn sie denn wollten. Durch die lokalen Initiativen bekomme die Entschädi- gungsdebatte ein„menschliches Ge- sicht“ im Gegensatz zum„kalten“ Kalkül der auf Zeitgewinn spekulie- renden Stiftungsinitiative, so Evers. (Die Stadt München hat mit der Ent- schädigung von Zwangsarbeitern, die wãhrend des Zweiten Weltkrieges bei städtischen Einrichtungen beschãäftigt waren, übrigens begonnen. Fine ent- sprechende Forderung richtet die La- gergemeinschaft Auschwitz- Freun- deskreis der Auschwitzer zusammen mit einer Arbeitsgruppe aus verschie- denen Organisationen auch an die Stadt Frankfurt am Main. Unter an- derem wurde Kulturdezernent Nord- hoff aufgefordert, sein Versprechen wahr zu machen und ehemalige Zwangsarbeiter zu einem Besuch ein- zuladen.)
Hans Hirschmann
GrundsatzArtikel zur Entschädigung der Zwangsarbeiter ah 6 6.


