Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer
jeder Bahnhofsbeamte
der mit der Verfrachtung der Menschen zu tun hatte
was im Lager geschah
Jede Telegraphistin und Stenotypistin
an denen die Deportationsbefehle vorbei- liefen
wussten davon
Jeder einzelne
in hundert und tausend Amtsstellen
die mit den Aktionen beschäftigt waren wusste
worum es ging
ch spreche frei von Hass
lch hege gegen niemanden den Wunsch nach Rache
lch gebe nur zu bedenken
dass die Angeklagten ihr Handwerk nicht hätten ausführen können
ohne die Unterstützung
von Millionen anderen
lch weise darauf hin
wie dicht der Weg von Zuschauern ge- säumt
war als man uns aus unseren Wohnungen vertrieb
und in die Viehwagen lud
„Gesang von den Feueröfen“(Zitat-Ende).
5) Unterirdische Gaskammer
7) Aufzug zum Krematorium im 1. Stock 9) Wohnbereich des Sondertommandos
1 1) Sondertommando bei der Arbeit
Brlaubt mir, dass ich meine verstör- ten Gedanken der Gegenwart zuwende und einige Folgerungen zu formulieren versuche.
Da wir doch genauer als viele, viele andere wissen, was Todesängste sind, meine ich, dass wir eine Verpflichtung haben einen Protest in diese Welt zu schreien, der dem Morden Finhalt ge- bieten soll. Wir alle wissen zwar sehr wohl, dass wir durch nichts die Men- schenverachtung aus der Welt schaffen können. Auch wissen wir, dass wir viel zu schwach sind, die bestialische Bruta- lität, mit der sich Menschen allerorten verfolgen, zu mildern. Dennoch haben wir mit unserem Uberleben zumindest die Pflicht- wo imer dies möglich ist- lautstark das 5. Gebot anzumahnen:
DU SOLLST NICHT TOTEN Und es könnte unserem Mahnen
Nachdruck verleihen, wenn künftighin die Gedenkstunden für die Opfer der
6) Offnung zum Einwurf von Zyklon B 8) Die Verbrennungsöfen
10) Schornstein
12) Fingang zum Sektionsraum


