Heft 
(1999) 1/1999. August 1999
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

jeder Bahnhofsbeamte

der mit der Verfrachtung der Menschen zu tun hatte

was im Lager geschah

Jede Telegraphistin und Stenotypistin

an denen die Deportationsbefehle vorbei- liefen

wussten davon

Jeder einzelne

in hundert und tausend Amtsstellen

die mit den Aktionen beschäftigt waren wusste

worum es ging

ch spreche frei von Hass

lch hege gegen niemanden den Wunsch nach Rache

lch gebe nur zu bedenken

dass die Angeklagten ihr Handwerk nicht hätten ausführen können

ohne die Unterstützung

von Millionen anderen

lch weise darauf hin

wie dicht der Weg von Zuschauern ge- säumt

war als man uns aus unseren Wohnungen vertrieb

und in die Viehwagen lud

Gesang von den Feueröfen(Zitat-Ende).

5) Unterirdische Gaskammer

7) Aufzug zum Krematorium im 1. Stock 9) Wohnbereich des Sondertommandos

1 1) Sondertommando bei der Arbeit

Brlaubt mir, dass ich meine verstör- ten Gedanken der Gegenwart zuwende und einige Folgerungen zu formulieren versuche.

Da wir doch genauer als viele, viele andere wissen, was Todesängste sind, meine ich, dass wir eine Verpflichtung haben einen Protest in diese Welt zu schreien, der dem Morden Finhalt ge- bieten soll. Wir alle wissen zwar sehr wohl, dass wir durch nichts die Men- schenverachtung aus der Welt schaffen können. Auch wissen wir, dass wir viel zu schwach sind, die bestialische Bruta- lität, mit der sich Menschen allerorten verfolgen, zu mildern. Dennoch haben wir mit unserem Uberleben zumindest die Pflicht- wo imer dies möglich ist- lautstark das 5. Gebot anzumahnen:

DU SOLLST NICHT TOTEN Und es könnte unserem Mahnen

Nachdruck verleihen, wenn künftighin die Gedenkstunden für die Opfer der

6) Offnung zum Einwurf von Zyklon B 8) Die Verbrennungsöfen

10) Schornstein

12) Fingang zum Sektionsraum