Heft 
(1999) 1/1999. August 1999
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6 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

Das Gas weckte Schwindel und starke Ubelkeit

und lähmte die Atmungsfunktionen Nach 20 Minuten

wurden die Entlüftungsapparate schaltet

und das Gas herausgepumpt

Nach 30 Minuten wurden die Türen geöff- net

Das Räumungskommando kam mit Wasserschläuchen

und spritzte die Leichen ab

Dann wurden sie in die Lastfahrstühle ge- zogen

und hinauf in den Verbrennungssaal be- fördert

Vor der Verbrennung

wurden sie von Spezialkommandos

zur Auswertung übernommen

Alles was noch an Schmuck

an den Körpern zu finden war

wie Halsketten, Armbänder

Ringe und Ohrgehänge

wurde abgenommen

Sodann wurde das Haar abgeschnitten

und sofort gebündelt

und in Sãcke gepackt

Und zum Schluss traten die Zahnzieher an die sich auf Dr. Mengeles ausdrücklichen Befehl

einge-

aus erstklassigen Spezialisten zusammen- setzten

Doch bei ihrer Arbeit mit Zangen und Brecheisen

rissen sie mit den Goldzähnen und Brük ken

ganze Stücke der Kiefer heraus

und die Knochenstücke und das daran haftende

Fleisch

wurden in einem Säurebad weggeätzt

Bei Uberfüllung

verbrannte man die Leichen auch in Gru ben

die neben den Krematorien

ausgehoben worden waren

Im Sommer 1944

als die Verbrennungen die höchsten Zif- fern

erreichten- wurden täglich

bis zu 20.000 Menschen vernichtet

Jedem der 6000 Mitglieder des Personals die im Lager arbeiteten

waren die Vorgänge bekannt

und jeder leistete auf seinem Posten

was für das Funktionieren des Ganzen geleistet werden musste

Des weiteren wusste jeder Zugführer jeder Weichensteller

Modell von Krematorium I in Auschwitz-Birkenau(S. 6 und 7) (Foto: Henning Langenheim, Berlin).

aus: Gideon Greif.Wir weinten tränenlos..* Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt Main, 1999

1) EinJudentransport auf dem Weg zum Krematorium

2) Treppe zur Entkleidungskammer 3) Unterirdischer Entkleidungsraum 4) Korridor zur Gaskammer