Heft 
(1998) 1/1998. April 1998
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

sens ist hier sicherlich kein Zufall-, daß die waren geschält.

Auf dieser Welt dürfte es kaum je- manden geben, der mit mehr Wonne ißt als Stas?ek, stumm und versunken hin- ter einer undurchdringbaren Mauer, der übrigen Welt vorübergehend jegli- chen Zutritt verwehrend.

Als Regina eine Abendschule be- sucht, kocht Staszek täglich für sich und seine Töchter. Wanda erinnert sich an gebratene Leber, die ihr der Vater immer wieder aufnötigt mit dem Hin- weis, daß sie in Auschwitz froh über dieses Essen gewesen wären. Und un vergessen sind ihr die diversen Menüs, deren Hauptgang aus Brot bestand: ge- trocknetes Brot, geröstetes Brot, Brot

in Schmalz in der Pfanne gebraten und vieles mehr. Bei diesen Mahlzeiten er- zählt Staszek viel über organisierte, er- gaunerte, ergatterte, erbettelte, gerette- te Auschwitzer Rationen und ihre Zu- bereitung. Eines Tages steht auf seinem Familienessensplan Brot mit gerösteten Zwiebeln. Als die Zwiebeln fertig sind, stellt Staszek fest, daß kein Brot im Hause ist. Wanda hat in ihrem Ranzen noch das Schulbrot, allerdings mit Ho- nig beschmiert. So essen sie Honigbrotch mit gebratenen Zwiebeln bestreut.

aus Karin Graf:*Zitronen aus Ka- nada-Das Leben mit Auschwitz des Stanislaw Hantz