Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 25
nen'(aus einer Projekthbeschreibung des Fritz Bauernstitutes).
Erste Recherchen, die das Staatli- che Museum Auschwitz-Birkenau und das Frit? Bauer Institut unternom- men haben, weisen- aufgrund der Be- schriftungen auf der Rückseite vieler Bilder- darauf hin, daß die Aufnah- men Menschen gehört haben müssen, die aus den Ghettos in Zaglembia,
dort wohl überwiegend aus dem Ort Oedein. im August 1943 und in den folgenden Wochen und Monaten de- portiert wurden. Die Photos zeigen Personen— vielleicht Verwandte der Deportierten, wohl oft genug die De- portierten selbst—, sie zeigen jüdi- schen Alltag in Polen ebenso wie S?e— nen aus den Nazi-Ghettos.
Im Rahmen dieses Forschungspro- jektes, an dem sich auch das US-Ho— locaust Memorial Museum beteiligt. werden derzeit Kopien der Photos Uberlebenden aus der Region Za- glembia vorgelegt, um weitergehende Recherchen nach den dort abgebilde- ten Menschen möglich zu machen: Dies geschieht in Deutschland, in Is— rael, in Australien und Südamerika. Frit? Bauer Institut und Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau planen 1998 eine vollständige Publikation so—
cheergebnisse in polnischer, deutscher und englischer Sprache.
Der Spendenaufruf
Für die Seminarteilnehmer und— teilnehmerinnen ist dies ein Projekt, das sie- nach ihren Möglichkeiten- unterstützen wollen. Was lag näher als die Idee, die Herausgabe ihrer Bro- schüre mit einem Spendenaufruf für dieses Unternehmen zu verbinden?
So ist also den Kreistagsabgeordne- ten des Landkreises Gießen- darun- ter auch einigen Republikanern'- mit der von den Jugendlichen erstellten Broschüre über ihre Studienfahrt nach Auschwitz ein entsprechender Spendenaufruf überreicht worden. Die Ernst-Ludwig Chambré Stiftung hat sich dazu bereiterklärt, eingehen- de Spenden entgegenzunehmen und an das Frit?z Bauer Institut weiterzu- leiten. Den politisch Verantwortli- chen des Kreises, Günter Feußner und Fandrat Rüdiger Veit, sei an dieser Stelle für ihr langjähriges Engage- ment ausdrücklich gedankt.
Die Auschwitz-Broschüre der Schülerinnen und Schüler ist er- hältlich beim Jugendbildungswerk des Landkreises Gießen, Ostanlage 41, 35390 Gießen(Rückporto DM 3,00).
0 der Photos als auch der Recher-
Zum Bild links: Am 3. September 194 wurde ein Transport von etwa 600 Sowjetischen Kriegsgefangenen in die Keller des Blocks Nr. J7 gejagt(v0 sich hereits etwa 260 velektionierte tranke Häftlinge aus dem Lagertran- Kenhau befanden), und- nachdem die Fenster durch aufgeschittete Erde abgedichtet worden waren- Gas in die Kellerräume geleitet. Als am näch- sten Tag festgestellt wurde, daß einige der Gefangenen noch lehten, vurde die Gasmenge verdoppelt und die Käume vieder zugeschittet. Anschlie- Pend mußte man die Käume zwei Tage lüften. Aus diesem Grunde vurden die Tõtungen durch Gas nicht mehr in Block J1 fortgesetzt. Es vurde daher der Leichenraum des Krematoriums heim Kevier als Vergasungsraum genutzt, indem die Tür gasdicht und einige Löcher zum Ein wurf des Gases in die Dechke geschlagen vurden.“(Kudolf Höß. Kommandant in Ausch- witz) Text und Beschriftung aus der Broschüre der Schülerinnen und Schü- ler aus dem Landkreis Gießen.


