Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 9
sönlichen Kontakt zu pflegen und sich unter einander besser kennenzu- lernen. Dem Vorstand möchte ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank für die engagierte Mitarbeit, für das Mitdenken und die Bereitschaft, not- wendige Veränderungen mitzutragen und mitzuverantworten aussprechen. Gewiß gab es Kontroversen, manch- mal sogar recht heftige, aber trotz al-
ler Meinungsunterschiede und indivi- Geller Ausprägungen der einzelnen Mitglieder haben wir unsere Zielset- zung nie aus den Augen verloren. Ins- gesamt war die Zusammenarbeit kon- struktiv und hat Freude gemacht. Aus den Erfahrungen der Arbeit wurde mir aber deutlich, daß unser kleiner Verein mit seinen knapp 300 Mitglie- dern durch zwei Amter, das des Präsi- denten und des Generalsekretärs überreprãsentiert ist. Unnötige Ko- sten, Zeitaufwand für Zuständig- keitsabsprachen standen in keinem Verhältnis zum Arbeitsbedarf. Hier wäre eine Neuregelung mit ent- sprechender Statuten-Anderung an— gebracht. Die Vorstandsarbeit sollte meines Brachtens künftig in der Hand des Vorsitzenden liegen, der ei- nen stellvertretenden Vorsitzenden
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2.2 Vorträge, Lesungen, Diskussionen, Begegnungen Die Arbeit der Lagergemeinschaft Auschwitz ging inhaltlich- entspre- chend den Erfahrungen vergangenger Jahre- wie folgt weiter:
2.2.1. Es sind die monatlichen Tref- fen in der Wolfsgangstraße 109 in Frankfurt zu benennen. Leider fan- den sie nicht in der gewünschten Re- gelmäßigkeit statt, weil die Planungen oft zu kurzfristig waren und mit un-
ter verbindliche Absprachen fehlten. Dennoch gab es außerordentlich in— teressante Veranstaltungen, denen eine größere Zuhörerschaft zu wün- schen gewesen wäre. Ein wichtiger Höhepunkt waren drei Lesungen von Wolfgang Tiessen aus Victor Klem- perers Tagebüchern von 1933— 1945 Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten“. Daneben ist die Autorenle- sung von Karin Graf zu nennen, die aus ihrem eindrucksvollen Manu- Skript'Zitronen aus Kanada“ Ausch- wit?-Prlebnisse von Stanislaw Hantz wiedergab. Ergänzend hierzu fand ein Besuch von Stazek Hantz und seiner Frau Regina aus Zgorzelec im Juni statt. Er gab uns seine persönliche Lebensschilderung aus Auschwitz. Wurzeln des Antisemitismus' waren Inhalt meines Vortrages im Sommer letzten Jahres. Die unterschiedlichen Berichte über Eindrücke der diesjäh- rigen Studienreise gaben einen inter- essanten Finblick und haben die Not- wendigkeiten solcher Fahrten erneut verdeutlicht.
2.2.2. Außerdem fanden insgesamt drei Begegnungen in Polen statt:
Das zehnjährige Jubiläum der In- ternationalen Jugendbegegnungsstät- te Auschwitz im Dezember letzten Jahres gab mir Gelegenheit, Kontakte zu wichtigen Persönlichkeiten und polnischen Gruppen zu knüpfen. Dies wird auch in Zukunft notwendig sein, da Verbindungen, die Hermann auf- grund seiner Auschwitz-Zeit und durch eine Vielzahl von Reisen nach Polen besaß, von uns, den Nachfol- gern, gan?z neu aufgebaut werden müssen. So kam es für mich zu einer ersten Begegnung mit dem deutschen Generalkonsul Dr. Hölscher, der sich gemeinsam mit seiner Frau intensiv


