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(1997) 2/1997. Dezember 1997
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8 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

Mitgliederversammlung vom 1. November 1997 in Frankfurt/M.

Tätigkeitsbericht des Präsidenten

Joachim Proescholdt

Sehr geehrte Pamen und Herren, liebe Freunde,

es ist mein erster und zugleich mein letzter Tätigkeitsbericht, den ich als Vorsitzender der Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwit- zer vorlege. Als Sie mir vor eineinhalb Jahren, am 11. Mai 1996. Ihre Stimme

gaben, war von mir bereits mitgeteilt worden, daß ich dieses Amt nur vorüber gehend, d.h. für ein Jahr, übernehmen würde. In dieser Zeit sollte Gelegenhei

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B ges Klären.

1. Der Anfang nach dem Abschied von Hermann Reineck

Der Anfang meiner Arbeit war überschattet vom Tod Hermanns. Mehr noch, die Arbeit war derart von der Handschrift Hermanns geprägt, daß es nicht leicht war, neue Akzente zu setzen. Im Mitteilungsblatt vom Juli 1906 hatte ich formuliert, wie ich meine Aufgabe verstehe: Den Zielen der Lagergemeinschaft verpflichtet?. Diese Verpflichtung hatte Vorrang vor allem anderen in den Entschei- dungen des Vorstandes zu haben. Es konnte nicht sein, daß wir einfach weiterarbeiten, wie zuvor. Es war nicht mehr wie zuvor. Mit dem Tod von Hermann ging die Ara der Zeit- zeugenschaft im Vorstand der Lager- gemeinschaft zu Ende. Mit mir über- nahm jemand die Keitung des Vor- standes, der keine KZErfahrung hat- te. Zwar gehöre ich zu der Zeitzeu- gen-Generation, stand aber außerhalb des Stacheldrahtzaunes. In Zukunft wird der Vorsitz von einem Vertreter der Nachfolgegeneration wahrgenom- men werden. Es ist nicht mehr, wie es war. Es fehlt die Emotionalität des Erlebten, die persönliche Nähe des

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esucht werden, u.a. die Nachfolge für das Amt des/der Vorsitzenden zu

Durchlittenen, die Hermann uns in s0 eindrucksvolle Weise übermittelt hat. Was bleibt, ist unsere Verpflichtung weiterzusagen: Auschwitz- nie wie- der. Aber dies Zeugnis ist anders als das der Zeitzeugen. Wir können nicht aus eigenem Frleben berichten. Wir können und dürfen nicht Hermann oder seine Leidensgenossen kopieren wollen. Darum ist jetzt alles anders. Dies hat sich in der Arbeit des letzten Jahres deutlich niedergeschlagen.

2. Planungen und Ergebnisse unse- rer Arbeit

2.1. Zusammenarbeit im Vorstand G

Lassen Sie mich zu Beginn von ein- er guten Erfahrung sprechen: es be- trifft die Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Sie wissen: dieses Gremium besteht aus dem geschäftsführenden und dem durch die Beisitzer erweiter- ten Vorstand. Wir haben unsere Sit- zungen grundsätzlich gemeinsam ge- halten und in der Regel einmal im Monat getagt. Dazu kam im Juli letz- ten Jahres eine Klausurtagung in Breunings, auf der die künftige Ar- beit intensiv diskutiert wurde. Das Wochenende diente zudem dazu, per-