Heft 
(1997) 2/1997. Dezember 1997
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 7

für die Offentlichkeit und Historiker verschlossen.

Auch Mitglieder der Lagergemein- schaft Auschwit?- Freundeskreis der Auschwitzer protestieren seit vielen Jahren gegen die Weiterexisten? der I6 Farben. Bei den Hauptversamm- lungen wurde die Nichtentlastung des Vorstandes und des Aufsichtsra- tes beantragt. Eine Forderung richte- 6 sich auch gegen die Besitzer der

agungsorte, die Räume für die 16 Farben-Versammlungen vermieteten. Hier konnte erstmals ein Erfolg ver- bucht werden: Die für den 22. August 1097 angekündigte Hauptversamm-

Klage-Androhung

Diethardt Stamm sowie der Dach- verband der Kritischen Aktionäre und die Goordination gegen Bayer- Gefahren sollen gesamtschuldne- risch auf 400 Millionen Mark ver- klagt werden. Dies sicht zumindest ein Antrag vor, den die GfW Gesell- schaft für Wertpapierinteressen zur Versammlung der I6 Farben am 22. Dezember vorgelegt hat.

Die von Klage Bedrohten hätten rechtlich unerlaubte Anträge auf Liquidation der I6 gestellt und ge- 3 fordert, das Restvermögen der I6 in rechtswidriger Weise' zu ver- wenden, nämlich zur Entschädi- gung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie deren Hinter- bliebenen. Die Verwendung des Li- quidationsüberschusses ist zwin- gend nur für die Aktionäre be- stimmt', heißt es in der Klageauf- forderung.

Dieser Unfug geht wohl selbst den Liquidatoren zu weit- oder sie be- fürchten einen Image-Verlust-, sie wollen dem Antrag der GfW wider- sprechen. Entscheidend ist das Vo- tum der Hauptversammlung.

lung der I6 Farben-Aktionäre im Frankfurter Arabella Congreß Hotel wurde abgesagt. Sie soll nun am 22. Dezember(Beginn 9 Uhr) im Büroge- bäude in der Wächtersbacher Straße 83 in Frankfurt/ Main stattfinden.

Diethardt Stamm, Beisitzer im Vor- stand der Lagergemeinschaft Au- schwitz- Freundeskreis, hat als Ak- tionär beantragt, sowohl den Auf- sichtsrat als auch die Liquidatoren der I6 Farben nicht zu entlasten, da sie der Verpflichtung zur Gesell- schaftsauflösung nicht nachgekom- men sind. In der vom Handelsblatt veröffentlichten Begründung zu dem Antrag von Diethardt Stamm heißt es: Es wurden'die Abwicklungsver- pflichtungen umerschlagen, nämlich sich u.a. für die Opfer im KZ Ausch- witz III(Monowitz) einzusetzen. Dies wäre zum Beispiel durch ein Engage- ment bei der Lagergemeinschaft Au schwitz Freundeskreis der Ausch- witzer möglich gewesen'.

Zwei Themenabende

Uber die Geschichte der I6 Farben. ihre heutigen Nachfolgefirmen, das Agieren der I6 Farben i. A. C'in Ab- wicklung' und dies seit fast 50 Jah- ren) und die Protestbewegung wird Diethardt Stamm an zwei Abenden bei Monatstreffen der Lagergemein- Schaft Auschwitz- Freundeskries re- ferieren. Es wird auch gezeigt, welche Möglichkeit man als Aktionär bei der Hauptversammlung hat.*I6 Farben- Führend in der Welt' lautet das Mot- to des Vortrages am Mittwoch, dem 6. Mai 1998, in der Wolfsgangstraße 109 im Haus der evangelischen St. Katha- rinengemeinde Frankfurt. Der zweite Abend einen Monat spãter, am 3. Juni. hat den Titel*I6 Farben in Nicht- Auflösung(Siehe auch Seite 1.)