6 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer
konnte und 1954 anerkannter Experte
für Viruskrankheiten der Weltge- sundheitsbehörde. Auch Demnitz
kKonnte schon 1950 wieder Honorar- professor in Gießen werden und in Marburg wird heute noch seiner über einen Straßennamen gedacht.
Dieses exemplarische Beispiel er- gibt sich aus einer aktuellen Zei- tungsnotiz. Weitere Prozeßakten, Do- kumente und Bücher weisen auf tau- sende ähnlicher Fälle im Zusammen- hang mit dem Namen I6 Farben hin.
Eine unendliche Geschichte? Eine andere Seite der I6 Farben ist die unendliche Geschichte der Ab- wicklung“ und Liquidation. Nach
dem Kriegsverbrecherurteil von 1948 hätte die Gesellschaft spãtestens 1953
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aufgelöst sein müssen. Aber die Akti- en- die auf Reichsmark lauten- wer- den bis heute an der Börse gehandelt. Es wird mit ihnen spekuliert(80 Pro- zent Gewinn im Jahre 1997) und alle Jahre wieder gibt es Aktionärshaupt- versammlungen. Diese werden seit vielen Jahren von Protesten begleitet. Die Hauptforderung lautet immer noch, die I6 Farben aufzulösen und mit dem verbleibenden Geld die wen gen überlebenden Opfer anM arbeiterinnen und marbeiter) und der- en Angehörige zu entschädigen. Die Forderung nach Entschädigung rich— tet sich auch an die Nachfolgefirmen der I6 Farben- an BASF, Hoechst und Bayer. Diese schweigen zu den Verbrechen ihrer Vergangenheit und halten bis heute ihre Firmenarchive
Aus dem Konzentrationslager Auschwitz holte sich die I6 Farben den größ- ten Teil ihrer Arbeitssklaven. 1941— 1944 mußten sie fünf Kilometer vom Lager entfernt in Monowitz eine riesige Chemie-Fabrik bauen. Dabei star- ben mehr als zwei Prittel der eingesetzten Häftlinge- mindestens 27.000. Insgesamt mußten mindestens 45.000 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiter-
innen für die IG Farben schuften.


