Lagergemeinschaft Auschwit?-Freundeskreis der Auschwitzer 3
Mundiꝰ von W. Kielar, der ebenfalls Häftling im ersten Transport war). Die Befreiung erlebte Janus? Mly- narski im Konzentrationslager Eben- See. Kurz bevor die Rote Armee im Ja- nuar 1945 Auschwitz erreicht hatte, war er mit den meisten anderen Hãft- lingen evakuiert worden. Bei diesen Todesmärschen nach Deutschland Starben mehr als 15.000 Menschen, die G eder verhungerten, an Entkräf- tung starben, erfroren oder von 85, Gestapo und Wehrmachtsangehöri- gen erschossen oder erschlagen wur- den. Janusz Mlynarski überlebte auch diese Torturen. Als'innerlich tief ge- demütigt und äußerlich als Musel- mann'“ beschrieb er seinen Zustand am 5. Mai 1945 als er in Ebensee von der US-Armee befreit wurde. Er erin- nert sich, daß'an diesem Tag keine Freude in mir wur. Vielleicht weil wir gegen jedes Gefühl immun waren.* Nach der Befreiung habe er sich wenig bei den anderen ehemaligen Mithäftlingen aufgehalten. Mit vie- lerlei Arbeiten habe er sich abgelenkt von den im Lager erlittenen Qualen. Das Vorbild des Hãäftlingsarztes Wla-
Zuhörer beim Vortrag des Auschwitz-Häftlings Nr. 388, Pr. Janus? Mlynarski
dyslaw Fejkiel(iehe Nachruf im Mit- teilungsblatt 2/1995), mit dem er in Auschwitz zusammengearbeitet hatte, veranlaßte ihn, sich für ein Medizin- studium zu entscheiden; früher wollte er eigentlich einen technischen Beruf ergreifen.
Als er bereits in Osterreich einen Studienplatz hatte, erreichte Janus?z Mlynarski über das Rote Kreuz die Nachricht, daß seine Mutter noch leb- te und nach ihm suchte. So kehrte er nach Polen zurück und studierte Me- dizin und arbeitete als Arzt. 1971 floh er mit der Familie aus Polen, lebte und arbeitete zuerst zwei Jahre in Osterreich und dann in Deutschland. Seit 1978 lebt er in Monheim in Nordrhein-Westfalen und arbeitet auch heute noch vertretungsweise in einer Arztpraxis.
Mit seinen Kindern spreche er sel- ten über Auschwitz, sagte Dr. Mlynar- Ski auf eine Nachfrage aus dem Pu- blikum. Er habe sich nie als'Held'“ darstellen wollen und seine Kinder nicht mit dem belasten wollen, was ihm in Auschwitz angetan worden war.


