2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
»Gehorsam war die höchste Tugend'“ Dr. Janus?z Mlynarski, Auschwitz-Häftling Nr. 355, war Gast beim
Mitglieder-Treffen der Lagergemeinschaft Hans Hirschmann
Am 8. November dieses Jahres war der ehemalige Auschwitz-Häftling Dr. Janus? Mlynarski als Zeitzeuge zu Gast bei einem Treffen, zu dem die Lager- gemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis in das Gemeindehaus der Frankfur- ter Katharinengemeinde eingeladen hatte. Den rund 30 Zubörerinnen und Zuhörern berichtete er, wie er 1940 mit dem ersten Transport von polnischen
Gefangenen nach Auschwitz kam und fortan Häftling Nummer 355 war.
»Gehorsam war die höchste Tu- gend'“, beschrieb er die Lagerführer, die deutschen Bewachungssoldaten und ihre Hilfstruppen. Es waren vor dem Krieg'biedere Bürger“, die sich in Auschwitz in den SS-Uniformen als »Herrenmenschen“ aufführten und zu Massenmördern wurden, ihre Macht ausnutzten, die Häftinge zu schikanieren und mit allen nur er- denklichen Arten zu demütigen. Die SS-Arzte ließen sich auch von ihrem hippokratischen Eid nicht davon ab- halten, die Häftlinge für Experimen- te und Menschenversuche zu miß- brauchen. Viele wurden mit einem Erreger infiziert und anschließend getõtet und seziert.
Als 17 jähriger war Janus? Mlynar- ki 1939 bei einem Treffen von Meß- dienern in Posen erstmals verhaftet worden. Er stammte aus einer deut- schen Familie und hieß noch Johann Müller. Die Gestapo verdãchtigte die jungen polnischen und deutschen Meßdiener eine anti-nationalsoziali- stische Versammlung abzuhalten. Die fünf Deutschen wurden nach einem Verhör wieder freigelassen, die Polen erst nach mehreren Tagen. Es folgte die Flucht aus Posen ins Generalgou- vernement. Dort wurden phanta- stisch gut gefälschte Ausweise' be- sorgt und damit begann eine„neue Ara“, wie Janusz Mlynarski schilder-
Dr. Janusz Mlynarski(rechts) und Vorstandsmitglied Gerhard Herr
te. Er hatte nur noch verdeckte Kon- takte zu seiner Familie. Er habe d mals leider*zu impulsiv“ gehandeli Sagte er rückblickend.
Im Mai 1940 wurde er in Krakow auf offener Straße erneut von der Gestapo verhaftet. Nach der Verle- gung ins Gefängnis nach Tarnow wurde er den 728 Gefangenen zuge- teilt, die am 14. Juni mit dem ersten polnischen Häftlingstransport in dem gerade neu eröffneten Konzentrati- onslager Auschwitz eintrafen. Unter Aufsicht der deutschen Kapos aus Sachsenhausen mußten sie die ehe- malige Kaserne als Konzentrationsla- ger aufpauen(vergl. das Buch„Anus


