30 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer
Das Buch von Wladyslaw Fejkiel soll ins Deutsche übersetzt werden
Der Krankenbau im KZ Auschwitz
Im Verlag des Stuatlichen Museums in Auschwitz ist in diesem Jahr das Buch von Wladyslaw Fejkiel über den Krankenbau im Konzentrationslager Auschwitz erschienen. Der Krankenbau war für die Häftlinge von hoher Bedeutung, für die Widerstandsorganisation war er eine wichtige Anlauſfstel- le. Wadyslaw Fejliel legte nun die eyste umfasvende Arbeit überden Kranken- hau vor. Es ist zu wünschen, daß sein Buch hald ins Deutsche übersetzt wird. Janus? Mlynarsti hat folgende Zusammenfassung aus dem Polnischen für das Mitteilungsblatt übertragen-
Wladyslaw Fejkiel wurde 197 in Kroscientu Wanem gehoren. Er r4y 0 Professor a. D. der Mediinischen Akademie in Kratow. Im August 1940 wurde er von der Gestapo verhaftet und im Oktober in das KZ Auschwitz eingelie- ſert. Dort erhielt er die Nummer 5647. Von den Symptomen der Hungerkrank- heit gezeichnet, kam er in den Hdftlingstrantenbau. Wieder bei Kräften ühte er vier Jahre lang verschiedene Funktionen aus- vom Nachtwächter zum Lagerdltesten. Am 17. Januar 1945 wurde er in das KZ Mauthausen evaluiert und am 5. Mai von der amerikanischen Armee befreit.
Sein Buch ist eine monographische Probe, um die Arbeit des Krantenbaus im KXZ Auschwitz zu schildern. Seine Beschreibungen der Freignisse in einem Hdftlingstruntenbau hasieren au den Beobachtungen eines wahrhaftigen Zeugen anfangs ein Lagerhabenichts Später der Lagerprominenz zugehö— rend.
Der Verfasver entlarvt die eigentliche Bestimmung des Krankenbaus, wo der SS Sanitdtsdienst verschiedene Methoden einer Massentötung der Kranken ausprobierte. Er beschreibt in seinem Buch auch die aussergewöhnliche Opfert hereitschaft der Hdftlingsärzte und des Pflegepersonals. Ihnen war es ein Anliegen den tranken Hdftlingen zu helfen.
Ehemaliger Auschwitz-Häftling schrieb Brief an Minister Seehofer
Angebot zur Hilfe in Kriegsgebieten—
Dr. Janus? Mlynarski, in Monheim lebender Mediziner, ehemaliger Auschwitz-Häftling und Mitglied der Lagergemeinschaft, schrieb im Au- gust an Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer einen Brief:
Pie grausamen Ereignisse in Jugoslawien und Ruanda verfolge ich mit Entserzen täglich in den Nachrichten. Deshalb möchte ich mich trot? meines Alters(72) zur Hilfe vor Ort zur Verfügung vellen um so mehr, als ich velbst nicht nur als Arẽt, vondern auch als ehemaliger politischer Häft ling des KZ Auschwitz, Not und Flend besser verstehe, als viele andere. Ich hirte hõflichst um Benachrichtigung, falls meine Bewerbung akzeptiert wird.“
Fine Antwort aus dem Ministerium steht bis heute aus.


