Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 7
nung aufschnitten und in Richtung Rajsko flohen.
Der SS-Wachsturmbann, den die Sirene des Lagers alarmiert hatte, umstellte inzwischen das Gebiet der Krematorien und das Dorf Rajsko. Die weitere Flucht der Häftlinge wurde durch starkes Maschinenge- wehrfeuer unmöglich gemacht, und die Häftlinge verbarrikadierten sich in einer Scheune. SS-Angehörige teckten diese Scheune in Brand und ermordeten die sich verteidigenden Häftlinge. Noch vor Einbruch der Dämmerung war der Aufstand er— stickt, und der Brand im Krematori- um vier wurde von der Lagerfeuer- wehr, die aus dem Stammlager (Auschwitz eins) nach Birkenau geh- olt worden war, gelöscht. Anschlie- Bend wurde das Kommando Feuer- wehr nach Rajsko gebracht, um dort die brennende Scheune zu löschen.
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— Roza Kobola war Mitglied der Wider- Srandshewegung(alle Aufnahmen sind vor der Internierung aufgenommen)
Im Verlauf des Abends wurden die getöteten Häftlinge zu dem Kre- matorium vier gebracht, wo auch die noch lebenden Häftlinge zusam- mengeführt wurden, die an dem Aufstand teilgenommen hatten. Sie mußten sich dort auf den Bauch le- gen, SSMänner traten auf die auf der Erde liegenden Männer zu und tõteten sie. Insgesamt wurden unge- fähr 450 Häftlinge getötet, darunter ein Teil der Organisatoren des Auf- standes: Salmen Gradowski aus Su- walki, Josef Warszawski(wahr- scheinlich tatsächlich Josef Dore- bus) aus Warschau, Josef Deresinski aus Luna bei Grodno, Ajzyk Kal- man aus Lomza, Lajb Langfus aus Warschau und Lajb Panusz Herszko aus Lomza.
Die Häftlinge töteten drei S8- Angehörige: Rudolf Erler, Willi Freese und Josef Purke. Zwölf S8— Angehörige wurden verwundet.
Ermittlungen der Gestapo
Nachdem der Aufstand niederge- schlagen war, begann die politische Abteilung, also die Gestapo des KI. Auschwitz, ihre Ermittlungen; be- reits am 10. Oktober wurden drei jü- dische Häftlinge verhaftet: Ala Gärtner, Estera Wajcblum und Re- gina Safirsztein. Ihnen wurde vorge- worfen, aus den Union-Werken Sprengstoff entwendet zu haben und ihn an die Häftlinge des Son- derkommandos weitergegeben zu haben. Gleichzeitig wurden vier- zehn Häftlinge des Sonderkomman- dos festgenommen und in den Bun- ker im Untergeschoß von Block elf gebracht. Unter ihnen befanden sich auch der Organisator des Aufstands Jankiel Handelsman aus Radom und der polnische Jude Wrobel, der den von den jüdischen Frauen aus dem


