6 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
oder nur noch teilweise lesbar. Es wurde festgestellt, daß der Verfasser des Textes Salmen Lewental aus Cie- chanéw war. Lewental wurde am 10. Dezember 1942 nach Auschwitz gebracht. Er wurde sofort nach Pin- treffen in Auschwitz dem Sonder- kommando zugeteilt.
Die Aufzeichnungen Lewentals beschreiben die dramatischen 8?e- nen, der Vernichtung der Juden, und sie enthalten auch Informatio- nen den geplanten Aufstand im Son- derkommando und über seinen Ver- lauf. Lewental nennt viele Mithäft- linge, die zu der Widerstandsorgani- Sation im Sonderkommando gehör- ten, und er beschreibt ihre Aufopfe- rung und ihren Heldenmut. Diese Handschriften sind, wie Wladizlaw Bartoszewski schreibt[5], Ein wert- voller Beitrag zur Erkenntnis des Einflusses dieses unmenschlichen Mechanismus' auf den Geisteszu-
Jankiel Handelsman war einer der Anfüh- rer des Außtandes
stand und das Verhalten der Häft- linge des Sonderkommandos, die sei- nem unbarmherzigen EFinwirken ausgesetzt waren. Gleichzeitig sind sie ein Kommentar, der einen einge- henden Blick auf eine Situation und auf Ereignisse ermöglicht, denen ge- genüber die Vorstellungskraft eines normalen Menschen und seine Fä- higkeit einer moralischen Finschät- zung der Handlung versagen.“
Auf der Grundlage der erhaltenerW Dokumente, von Aussagen früherer Häftlinge, darunter Alter Feinsilber (Stanislaw Jankowski), und von Fin- lassungen, der in den Prozessen an- geklagten SS-Angehörigen, sowie im Ergebnis der detaillierten Forschun- gen von Mgr. Danuta Czech im Rah- men der Frarbeitung ihres'Kalen- dariums der Ereignisse im Konzen- trationslager Auschwitz-Birkenau“ [6] war es möglich, den Verlauf und die Folgen des Aufstands des Son- derkommandos zZu rekonstruieren.
Der Aufstand
Der Aufstand begann wahrschein- lich gegen 13.25 Uhr, als sich die Hãftlinge des Sonderkommandos aus Krematorium vier mit Häm- mern, Axten und Steinen auf die SS- Posten warfen, die sie abholen woll ten. Gleichzeitig wurde das Kremas torium vier in Brand gesetzt und ein Teil der Häftlinge versteckte sich in dem dieses Gelände umgebenden Wäldchen. Die Häftlinge des Son- derkommandos in Krematorium zwei, die das Feuer im Krematorium vier als Signal zum allgemeinen Aufstand verstanden, überwältigten daraufhin ihren Oberkapo und war- fen ihn in einen brennenden Ofen. Sie tõteten einen SSMann und war- fen einen weiteren in einen Ofen, worauf sie die Stacheldrahtum?zäu-


